Diverse Kolumnen von Ali Khan.

Vom Hausmeister zum Weltmeister! – oder:
Freiheit, wo bist du hingegangen?

Es scheint, als hätten sich die Spaßbremsen unmerklich an die Front jeglicher Daseinsäußerung geschoben.
Bei allem Verständnis für:
… Kinder mit Fahrradhelmen …
… 4-jährige, die dick, fett und mosernd wie Behinderte durch die Straßen gekurvt werden,
… ordnungsbewusste Autofahrer, die sich als allgegenwärtige Polizeipräsidenten aufführen,
… schwangere Frauen, die, weil heilig, an keiner Straßenüberquerung mehr weder rechts noch links schauen,
… Fahrradfahrer, die jeden Hund überall angeleint sehen möchten,
… Menschen, die jede Onlineuntersuchung befürworten, weil sie ja nichts zu verheimlichen haben,
… Polizisten, die eine Fahrt mit dem Auto zum Spießrutenlauf durch Radarfallen und Knöllchenverschreiber machen,
… Nichtraucher, die mit 50 Kilo Übergewicht in leeren Gaststätten über die Schädlichkeit von Zigarettenkonsum schwadronieren,
… Banken, die jede Überziehung des Dispokredits als Grund für eine Kontokündigung heranziehen, und selbst mal schnell 150 Mio Schulden machen,
… Beamte, die sich um den Lärm in Festzelten, aber nicht um das Schicksal tausender Alkoholiker,
… Bahnkontrolleure, die zwar für keinen gültigen Fahrplan garantieren, dafür aber für die Ungültigkeit des Fahrausweises bares Geld einfordern,
… Politiker, die sich die Erhöhung ihrer Diäten einstimmig zubilligen, aber die Oma von nebenan jahrelang wegen ihrer Rente von Amt zu Amt laufen lassen,
… und
… und
… und

Ich wollt ja nur mal aussprechen, was für ein Gefühl das ist, wenn man einer Sorte von Mensch angehört, die sich seinerzeit über die Entfernung von Schildern, wie:
“Das Betreten der Rasenfläche ist strengstens untersagt!“
“Den Anweisungen des Hausmeisters ist unbedingt Folge zu leisten!“
etc.
… gefreut haben.

Heute haben die Hausmeister wieder das Sagen!
Wir haben die Hausmeister wieder hoffähig gemacht, in der Politik und nebenan!
Aber Achtung: Es ist nicht weit vom Hausmeister zum Blockwart!

Und sunst?
Bassd scho!

Euer Denkwart Khan

Heute schon gestorben?

Wer auf einer Zuckerrohrplantage Sklave war, hatte eine genau berechnete Lebenszeit.
Die betrug damals ca. 21 Jahre, dann musste der Sklave „totgearbeitet“ sein.
Schwangere Frauen konnte gleich gar niemand gebrauchen, die mussten noch schneller weg.
Diese Information hindert mich immer wieder, dem Versuch zu erliegen, mit verklärtem Blick irgendetwas „Romantisches“ am „Leben“ eines Sklaven zu finden.
Hollywood bietet da gerne Bilder von dicken Mammis und Kindern, die mit Holzspielzeug (unbelastet!) spielen, an.
Aber diese Rechnungen mit der menschlichen Lebenszeit haben es bis heute unbeschadet geschafft , unser einziges Leben voll in ein Kosten-/Nutzenmuster zu pressen.
Lebens-, Kranken- und Rentenversicherungen und Banken rechnen ununterbrochen akribisch aus, wie lange so ein Mensch einerseits vorhat zu leben und andererseits, wie lange er tatsächlich leben darf, um das Kostenmodell „bezahlbar“ bleiben zu lassen.
In Afrika erschrecken Kinder gerne mal, wenn ein alter Mann ins Dorf kommt, weil man den Anblick eines alten Menschen nicht mehr gewohnt ist.
Ich frage mich, wann ein digital zentral gesteuerte Gerät für jedermann auf den Markt kommt, das uns mit ansprechender Grafik unseren „Lebensverbrauch“ im Sinne unserer Versicherungen und Rentenstelle immer punktgenau anzeigt.
Man hat doch schließlich ein Recht darauf zu wissen, wie viel man in Echtzeit noch „wert“ ist.

Bezogen auf die Berufssparte „Medien“, die ja nur eine Lebenssparte von 14 bis 49 für relevant hält, ist mein Balken demnach schon im absolut „roten“ Bereich.

Euer im Sinne der Medien „verstorbener“ Ali Khan

Preispolitik à la Germany!

Woanders, wie z.B. gerade in Tschechien oder Kenia, merkt man, dass Wahlen anstehen, wenn die Presse an die kurze Leine genommen wird.
Hierzulande begnügt man sich mit Vorschlägen, die einem der reichsten Länder der Erde eher zur Nase stehen.
Mein Live-Publikum hat immer gelacht, wenn ich ihnen meine Eintrittspreispolitik für Konzerte erklären wollte, obwohl sie wussten, dass es nur ein mäßig guter Witz sein sollte.

Wenn nur ein Zuschauer kommt, kostet es z.B. 1 Mio. Euro.
Wenn aber nur einer mehr, also zwei kommen, kostet der Eintritt für jeden schon nur mehr 500.000 Euro.
Wenn aber drei … etc.

Wenn aber von den deutschen Parteien ein ähnlicher Vorschlag kommt, lacht da noch einer?
Aufgrund von massivem Mitgliederschwund wollen die Parteien pro Wählerstimme jetzt mehr Geld, also nix anderes als mein Vorschlag oben.
Wohlgemerkt über den normal angesetzten festen Betrag und den Mitgliedsbeitrag hinaus!

Ich glaube, den Parteibonzen sind die Maßstäbe völlig abhanden gekommen, an denen demokratisch gewählte Parteien sich messen lassen müssen.
Wären die Bürger der Meinung, dass es eine Ehre ist, Mitglied einer Partei zu sein, dann würden sie die Parteibüros mit Anträgen wohl nur so zuschütten.

Ach, Politiker müsst man sein, dann kann man sich ein Leben lang wie ein Kind verhalten, weil:
Der Papa (Steuerzahler) wird’s schon zahlen!

Macht’s weida so!

Shake your Moneymaker!

Haben Sie schon mal Probleme gehabt, Ihren untersten Dispokreditlimit zu halten?
Die wenigsten können dies mit „nein“ beantworten.
„Deine“ Bank ködert ja mit unmissverständlichen Slogans ihre Kunden mit geradezu halsbrecherischen Kreditmanövern.
Argumente, warum sie gerade jetzt kein Geld auftreiben können, hört man sich aber dann doch nur kurz an und verweist auf sie auf die allgemeinen Bankrichtlinien.
Was aber, wenn Banken selbst kein Geld mehr haben, um ihre Zinsen etc. zahlen zu können?
Da müssen die gesunkenen amerikanischen Immobilenwerte, Weltmarktlage etc. als schlagende Beweise für die Unschuld der Banken herhalten.
Wenn in 2 Tagen allein 150! Milliarden Euro in das Weltbankwesen gepumpt werden, kann man sich ja wohl ein Bild von der Kurzsichtigkeit der großen Banken machen.
„So was hätten Sie doch schon früher absehen können!“
Diesen Satz, den ich schon öfter (sie vielleicht auch?) von meinem Banker vernehmen musste, gebe ich jetzt gerne an diesen zurück!

Mit einem Unterschied: Die Banken werden’s überleben …
Und ich & Sie?

Ali Khan – Weltbankdirektor

Ja ich will!
Oder besser: Wollen tät ich schon tuten, aber dürfen trau ich mich nicht!
Münchens Oberbürgermeister werden!
Immerhin bin ich:

Der amtliche und einzige Hofnarr von Noch OB Ude.
Der amtliche und einzige Ozapf-Trainer von Noch OB Ude.
Auch Kabarettist wie noch-OB Ude.
Im Gegentum zu allen vorherigen Obs
bin ich offizieller Faschingsprinz der Landeshauptstadt gewesen und habe somit die Stadtschlüssel schon vor meiner Amtszeit verantwortungsvoll betreut.
Habe ich weitaus mehr TV- & Radiosendezeit in München abgedient als noch-OB Ude und Stadtrat zusammen.
Bin ich der einzige OB-Kandidat, der unserem noch-OB in schwersten Zeiten mit der Pumpgun gegen „Wölfe“ verteidigt, die das Rathaus seinerzeit stürmen wollten.
Hat mir nachweislich der 2. Bürgermeister Hep „Clint“ Monazeder im Rathaus an dessen Schreibtisch schon „grünen“ Tee serviert.
Bin ich vom Stadtkämmerer in dessen Amtsitz nachweislich schon einmal „gekämmt“ worden.
Bin ich der weitaus bessere Schlagzeuger als Drummer Hep, ganz zu schweigen von noch-OB Ude.
Als Insasse vom Big Brother-Container bin ich vorbereitet auf ausweglose und sinnfreie Debatten im Stadtrat mit Menschen, die einen nicht mögen, und umgekehrt.
Bin ich genau so wenig um eine Antwort verlegen wie sämtliche Politiker aller Farben, auch wenn ich wie diese überhaupt keine Ahnung davon hab, worum es geht.
Bin ich bereit, die CSU und ihren hoffentlich bald feststehenden Landesvater zu tolerieren, wenn sie die Finger von Sachen lässt, von denen sie nix versteht, wie z.B. München.
Bin ich als flugfähiger Engel und Überbringer wichtigster Nachrichten von ganz oben schon leibhaftig im Rathaus vorstellig und eingelassen worden.
Habe ich mit Stadtdirektor Schmidt nachweislich getanzt, was nicht unabsichtlich auch auf eine Fähigkeit hinweist, die bisher nur der amtierende Berliner OB für sich beansprucht.
Bin ich in der Lage, bei einer evt. Wahl zum bayrischen Ministerpräsidenten oder einem Zusammentreffen z.B. auf der Wiesn den „Bayrischen Defiliermarsch“ mit vorangehender Locke selbst zu trommeln. Man weiß ja, wie teuer Musiker heutzutage sind.
Und, und, und …

Aber dennoch:

Hat mich bisher niemand gefragt, ob ich Münchner OB werden will, also müsst ich das vorsorglich selber machen.
Müssten 1000 Münchner Bürger selbstständig ihre Unterschrift leisten und auch noch selber dafür zum Amt gehen.
Müsst ich zukünftig früher aufstehen, um noch rechtzeitig zum Kantinenmittagsessen im Rathaus was zu bekommen.
Müsste geprüft werden, ob Hummer als OB-Dienstfahrzeuge zugelassen werden können.
Ob der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Rathauses durchzubringen ist.
Mir eine freie Rede pro Monat in der Sendlinger Moschee garantiert wird.
Die S- und U-Bahn-Ansagen mit sofortiger Wirkung eingestellt oder von Münchner Stimmen angesagt werden.
Die 88-Dezibelbegrenzung für Musikveranstaltungrn nach Neuseeland ausgewiesen wird.
Das Pasinger Grundstück von Herrn Frey ab sofort zur Kläranlage erklärt wird.
Der Nachlass Karl Valentins sofort aus Köln zurückgekauft und hier angemessen angesiedelt wird.

(Hat mir bisher noch keiner erklären können, warum sich über eine Moschee aufgeregt wird, wo gleichzeitig fast alle Münchner Kirchen gähnend leer stehen).

Also:
Wer’s nicht probiert, hat schon verloren.

Wer mich unterstützt, dem wink ich als OB dann auch besonders freudig zu und begrüße ihn mit den Worten:
„Freut mich, dass Sie da sind“.
Des ist doch was, oder?

Euer Münchner Oberbürgermeisterkandidat 2008 Ali

P.S.
Die Gemeinsamkeiten zweier Staatsmänner:
Auf meine Frage, was ihm, dem noch-OB Münchens, bei einer Nichtwiederwahl am meisten abgehen würde, antwortete Christian Ude:
„Information and Transportation“. Und so gesehen, geht mir das momentan genauso ab, auch als noch-nicht-OB.

Ankündigung einer Heldentat!
Der zuvorkommende Kniefall vieler Kneipenbesitzer, was das Rauchverbot angeht, ist ekelerregend. Ich darf zwar mit Schrumpfleber nach Lust und Laune einen Schnaps nach dem anderen bestellen, aber wenn ich vor einer Kneipe rauche, werde ich von einer rauchenden Wirtin mit den Worten: „Aschen Sie nicht vor mein Lokal“ weggeschickt.
So geschehen in Schwabing vor einem Lokal, das sich sinnigerweise wie eine englische Versicherungsgesellschaft nennt.
Hier zeigt sich deutlich der Frust, der sich in fast jeder Branche breit macht, denen der Staat, das Veterinäramt, die Polizei, das Gesundheitsamt, die EU, etc. inzwischen akribisch vorschreibt, was sie gefälligst zu tun und zu lassen haben. Und das wird leidlich von selbsternannten Blockwarten nach eigenem Ermessen umgesetzt.
Brav so, gut gemacht!
In einem Land, wo die Seelsorge und Hinwendung an alte Menschen in Altenheimen nach Minuten berechnet werden und schon allein die Frage nach Zahnersatz einen Kostenfaktor darstellt, wird auf Dauer für einen entspannten Lebensstil kein Platz mehr sein.
Es ist schon komisch …wo man hinhört, die gleichen Argumente von Geschäftstreibenden jeder Art:
Hier ein paar Ausreden für:
Unterwürfige: “So sind halt die Vorschriften.“
Schwache: „Ich würde ja gerne, aber mir sind die Hände gebunden.“
Stylische: “Das hat man jetzt so.“
Branchenkenner: „Der Kunde will das so.“

Ein Volk von Anpassern im Heldengewand.
Ein Volk wird ganz allmählich zu Kriechern und Denunzianten (um?)erzogen.

Da fällt mir diese türkische oder zumindest ausländische Familie ein, die mir schon die ganze Zeit im Magen liegt.
Der Sohn von denen hat früher ganz normal geklaut und Hiphop gehört, aber seit ein paar Wochen geht der jetzt mit Bart immer in die Moschee …
Ich weiß ja nicht, wie weit ich jetzt rechtlich abgesichert einen voraussehenden Finalschuss anwenden darf, aber ich werd mich jetzt einfach, im Sinne der deutschen Sicherheit, als „rechte Hand“ des Staates zur Verfügung stellen, denn:
Man weiß ja nie, was so einer vor hat!

Ich bedanke mich jetzt schon mal vorsorglich für die vielen Dankmails , die nach meiner Heldentat eintrudeln werden. Leider sitz ich dann für voraussichtlich drei Wochen in U-Haft, bis ich begnadigt werde, deshalb kann ich nicht sofort rückantworten – sorry.

Euer Märtyrer Ali Khan

Wichtige Meldung!
Ab sofort kann man bei ebay folgende Gesetze zur freien Interpretation käuflich erwerben (vorläufige Verkaufsliste –
wird komplettiert!):

Deutsches Grundgesetz
1.000.000 Mindestangebot!
(für Innenminister, etc.)

Deutsches Veterinärgesetz
(für Großschlachtereien)

Deutsches Presse & Persönlichkeitsrechtgesetz
(für Verlage, Boulevardpresse, Medien)

Deutsche Dopingverordnung
(Veranstalter von Radfahrwettbewerben, Sportministerium)

Deutsches Gesundheitsgesetz
(für Ärtzteverbände etc.)

Deutsches Atomgesetz
(für Nord-Korea, Vattenfall etc.)

Deutsches Komikergesetz
(für Michael Mittermeier)

Internationale Menschenrechte
(für Geheimdienste)

Genrechte
(Industrie)

Telefongebührenverordung
(Telefonanbieter)

Und sunst?
Bassd scho!

Euer nach Gesetzkauf selbsternannter Ministerpräsident Ali Khan
(war echt billig, das bayerische Amtsführungsgesetz –
ein Schnäppchen!)

Alle Jahre wieder ist es soweit,
alle sind weg … und München somit
am schönsten!

Diese Kolumne hab ich schon vor zwei Jahren geschrieben, was
aber nicht heißt, dass sie inhaltlich nicht aktuell wäre.

Glaubt mir, es gibt keine schönere Zeit, als die, in der alle, die es sich leisten können, dürfen, müssen, in Urlaub fahren.
All die stressbeladenen Bürofreaks, alle Jetsetter, alle, die durch ihr Wegfahren München zur schönsten und angenehmsten Stadt der Welt machen.
Danke!
So wie das Schulgebäude in den Sommerferien seine unangenehmen Seiten gänzlich verloren hat, gewinnt auch München, man kann fast sagen: sich selbst zurück.
Es muss sich für unsere Fürsten und Könige ähnlich angefühlt haben, wenn sie, nachdem sie ihre Parkanlagen einmal im Jahr vom Volk betreten ließen, wieder die Tore schlossen und die Anlagen wieder in Besitz nahmen.
Barfuss auf der heißen Maximiliansstrasse zu flanieren, am Viktualienmarkt auf den warmen Standerlblechen sitzen und eine Leberkässemmel essen …was gibt’s Schöneres?
Nur umgeben von Menschen, die wiederum ihre Stadt zu einer schöneren gemacht haben, indem sie in Urlaub gefahren sind –
den Touristen.
Ach, könnt’s nur immer so sein …
Aber ehrlich: Ein echter Münchener hat doch schon nach drei Tagen ein unheilbares Heimweh und bleibt natürlich daheim, und er braucht diese „Freizeit“ vom Fernwehmünchner, der per Definition gar kein echter Münchner sein kann.

Und so wünsche ich Euch einen schönen Fernurlaub, von mir aus auf dem Mond.
Mir, die „anderen“, sehen uns sowieso und freuen uns kugelrund.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer nach München verreister Ali Khan

Das alte Rom und das neue Berlin
lassen grüssen!

Wie wollen unsere Politiker uns das noch rechtschaffen vermitteln?
Dass sie mit wenigen Ausnahmen tausende von Euros neben ihrem Verdienst als Abgeordnete verdienen?
Dass sie zu jedem noch so windigen Termin auf Staatskosten chauffiert werden?
Dass sie bei Parlamentsitzungen, obwohl das ihre
eigentliche Arbeit ist, fehlen können und das mit bahnbrechenden Terminnöten entschuldigen?

Wie will man das 800 Euro-Rentnern, die ihr Leben lang
geschuftet haben,
Familien, die mit 3 Kindern und 1500 Euro im Monat auskommen (müssen) und
v.a. jungen Menschen erklären?
Nicht zu vergessen:
Das Finanzamt ist der lange Arm dieser Spezies.
Wenn da vom „mündigen“ Bürger auch nur 34,23 Euro nicht termingerecht bezahlt wurden, heißt es so schön:
„Sie werden aufgefordert bis zum xxx den Betrag von 34,23 auf das Konto (w.o.) einzuzahlen, sonst …

Mein Gott, was für eine Gier und Schamlosigkeit sich
weiße Hemden angezogen hat, lockere Sprüche und immer neue lockere Politikerideen täglich vermehrt und das alles auf Kosten der Menschen, die schon längst daran gewöhnt wurden, ihren Kopf bereitwillig unter die Guillotine zu legen.
Aber: Ohne Kopf sind wir ihnen ja am liebsten.

Euer Ali Khan

Die beste, schärfste und Pulitzerpreis-verdächtige Khankolumne ist spurlos verschwunden!

Als ich den letzten Satz meiner neuesten Kolumne in meinen PC hackte, stieg in mir ein Gefühl ungeheuerer Befreiung und Todessehnsucht auf.
Ich hatte endlich alles gesagt, die treffenden Worte und Lösungen für die wichtigsten Probleme der Menschheit gefunden und las sie immer wieder, tief ergriffen und befriedigt durch. Es war, als ob mich ein helles Licht durchfloss, das mir alle Angst nahm, Ross und Reiter zu nennen und von Watergate über Kubakrise bis zu den Hintergründen des Irakkrieges und des Nahostkonfliktes alles und jeden aufzudecken und Licht ins Dunkel unserer Tage zu bringen.
Ich nahm in Gedanken schon Ehrungen und Preise von der UNO, dem Bundespräsidenten und vom Club of Rome entgegen und schrieb schon eine Dankesrede, die im TV der gesamten Menschheit gezeigt werden könnte.

Aber wie es halt so geht,
hat mein PC die Daten selbstständig gelöscht.
Sie glauben mir nicht?
Dann muss ich sie leider sofort anzeigen!
Ja hören sie mal!
Wenn sogar einem 1000 mal besser gesicherten Bundeswehr-PC wichtige Daten einfach so unwiderruflich verloren gehen, dann kann mir das als Privatmann doch bitte auch mal passieren – oder?!

Übrigens hat der PC auch meine gesamten Einnahmeverhältnisse der letzten 25 Jahre verschluckt, das nur wegen dem Herrn vom Finanzamt.
Aber ich bin mir sicher: Ich kann ab jetzt auf ebenso viel Milde hoffen, wie sie den Verantwortlichen der Bundeswehr bestimmt zuteil werden wird.

Euer Ali Khan & sein „vergessliches“ PC-System

Wia da Herr so as Gscher!

Als städtisch anerkannter und in den Medien als Tierquäler angeprangerter Hundebesitzer habe ich das Recht, mal was zur Hundehaltung in München zu sagen.

Weil mein Hund auf dem Land aufgewachsen ist, mit eigenem Hundehaus und großem Garten und er gerne vor dem Haus sitzt, habe ich ihm ein lange Leine vor das Haus gelegt und er war zufrieden. Bis mir das als Quälerei ausgelegt wurde. Das öffnet natürlich die Antennen für die vorbildliche Hundehaltung meiner Mitbewohner beträchtlich.
Abgesehen davon, dass sich in den letzten Jahren deren Sensibilität für kreuzbrave „Kampfhunde“ drastisch erhöht hat und gleich jeden Verdacht sofort zur Anzeige gebracht wird, was dessen Verbringung in einen artgerechten und wohligen Zwinger des Tierheims zur Folge hat, sorgen sie zu 95 Prozent dafür, dass Hunde im Straßenbild nicht mehr auftauchen. Stattdessen wird das Zamperl lieber 6/8/10 Stunden zuhause gelassen und morgens oder abends „seine“ 10 Minuten Gassi laufen gelassen. Der gute Hundebesitzer achtet auch sorgsam darauf, dass dieser möglichst wenig Kontakt zu anderen Leidensgenossen hat (wann auch?), in dem er ihn an der Leine just dann wegzerrt, wenn dieser sich austauschen will.

Die Folge: Hunde werden genauso neurotisch wie ihre Halter/innen, sie bellen ständig in ihren winzigen Vorgärten und Wohnungen, werden dick und beißen jeden, der es wagt, in ihre Nähe zu kommen. Kann es sein, dass es der Neid ist, den Hund und Halter verspüren, wenn sie terrorverdächtige Hunde und Halter jeden Tag 2 Stunden frei herumlaufen sehen?!

Der Tierschutzverein hätte wahrlich mehr zu tun, als sich um frei laufende Tiere zu kümmern, nämlich um zehntausende ihr Leben lang eingesperrte, zu Tode gemästete und seelisch gestörte Hunde, Katzen, Meerschweine, Minischweine, Hasen, etc.
Diese erblicken das Licht der Welt nämlich wahrlich erst in den ewigen Jagdgründen. Dort können sie dann – ohne Leine und ohne von fetten Radlern über den Haufen gefahren zu werden – frei leben!

P.S. Haben Sie gewusst, dass Größe, Charakter und Verhalten
eines Hundes psychologische Hinweise auf die Sexualität des
Halters zulässt?
Na dann Prost meine Damen und Herren!

Euer Kettenhund Khan

Ein Mann, ein Wort, eine Tat!

Endlich einer, der seine privaten Dinge in Ordnung bringt, und das nicht nur per Wort, sondern als Mann der Tat.
Ja ich will Seehofer als meinen Landesvater, schon allein der Name bürgt für Qualität.
Ein See – ein Hof – eine große Familie.
Wie kleinbürgerlich und knausrig da z.B. Huber klänge.
Da assoziiert doch man eher ein kleines Nebenerwerbssacherl oder ein Reihenhaus von der Bahn.
Und gibt es bessere Möglichkeiten für Politiker als Hollywoodschinken wie der Prädator von Arnold oder der Prägnator von vor Männlichkeit strotzenden Gouverneuren?
Ich sage eindeutig: Nein!
Ein Fanal gegen das Aussterben der bayrischen Rasse ist gesetzt.
Ich finde, dass zukünftig jeder Politiker, der sich aufstellen lassen will, als unbedingte Voraussetzung einen Mannbarkeitsnachweis erbringen lassen muss.
So könnte man gleich die Spreu vom Weizen trennen und Berliner Bürgermeister würden z.B. endlich wieder von ehrenwerten Politikstieren sinnvoll und dem Volke dienend besetzt.
Gestrichen sollte auch der Satz „Gott ist mein Zeuge“ werden.
Das macht der bayrische Mann immer noch – unter Schmerzen – selbst.

Was wären wir ohne uns Männer – nichts!
Also, auf in den Kampf ums Überleben, auch ums politische!

Euer Testeronali Khan

8 kleine Negerlein
Wenn 8 Rechtsradikale eine Großdemo mit ebenso vielen Demonstranten anmelden, werden sie von ca.250 Polizeibeamten vor Übergriffen der Antifa geschützt.
Gut so!

Wenn 8 Top Staatsmänner eine Konferenz abhalten wollen, werden Sie von 25000 Polizeibeamten vor Übergriffen von Antifa und Globalisierungsgegnern geschützt.
Gut so!

Wenn dieser Einsatz Deine und meine Steuergelder die Höhe von
80 000 000.- Euro übersteigt, ist das:
Gut so!

Wenn ein 15-jähriger Kanadier 800 Tage unschuldig in Guantanamo als Terrorist ohne Grundrechte weggesperrt wird, wird er von niemand geschützt.
Gut so!

Wenn uns Vorstandsvorsitzende großer deutscher und internationaler Firmen jährlich um 80 Milliarden Euro betrügen, ist das:
Gut so!

Wenn ich mit 80 Jahren bemerke, dass es eigentlich egal war, wen oder was ich gewählt habe, dann ist das:
Gut so! … weil ich bald tot bin und man mit den jungen Wählern und Wählerinnen die nächsten 800 Jahre wieder genau das gleiche mörderische Spiel treiben wird. und das ist:

Gut so, weil „Der Zweck alle Mittel heiligt!

Begreift das und haltet das Maul! weil:
Das ist gut so und gehört schließlich zu den unbedingten Spielregeln.

Euer eines von 8 Negerlein – Ali Khan

„Es ist zum Kotzen“

… würde er vielleicht sagen, einen seiner immer
wiederkehrenden Sätze.
Ich glaub, ihm wär es nicht wurscht, dass 2007 ein Film mit ihm als Mittelpunkt gedreht wurde, aber es wär für ihn schier unvorstellbar, dass ein Preusse sich an ihm versucht.
Charly Chaplin hätt er gelassen, da bin ich sicher, Jaques Tati , ja sogar Louis de Funes – aber einen Preiß?
Man muss schon hart am Werk Valentins vorbei gelesen haben,
um dessen ausgeprägte Abneigung an o.g. Gesellen ignorieren
zu können.
Aber gerade diese preußische Ignoranz an tieferen Inhalten und Respekt vor Zusammenhängen, die man nicht nur oberflächlich „wegfilmen“ kann, ist es, die Helge Schneider kurz mal Massenmörder Hitler oder jetzt Ollie Dittrich einen der genialsten Komiker wie Karl Valentin zur Vorlage nehmen lassen, um schnelles Geld zu machen.
Tote können sich nicht wehren, wird er sich gedacht haben, und damit setzt sich das perfide Werk der Preußen fort, das sie in Valentins Leben als Rundfunkmoderatoren des BR begonnen haben.

Wo bleiben wieder einmal die Proteste der Münchner oder solche, die sich dafür halten?
Gehen die wirklich nur mehr auf die Straße ihrer Biergartenschließungszeiten wegen?

„Es ist wirklich zum kotzen!“

Harald Schmidt, Pocher, Raab & Bohlen oder die Quadratur des deutschen Witzes
Wer immer noch glaubt, wir wären ein Volk, das nur im Keller lacht oder seine Humoristen nicht liebt, dem sei folgendes geblasen:
Verhungern oder erfrieren à la Karl Valentin , das war mal.

Heute bekommt Harald Schmidt 120.000 Euro pro Show, und wenn ihm dann immer noch die Zuschauer weglaufen, dann wird ihm seitens unserer Volkssender sogar ein noch jüngerer , noch witzigerer Wahnsinnskomiker wie Olli Pocher beigestellt.
Man kann auch bei diesem begnadeten Komiker beruhigt davon ausgehen, dass dessen Salär über 1250 Euro pro Monat beträgt.
Wenn Stefan Raab zum Mond fliegen will, weil das nun mal die witzigste Idee seit Menschengedenken ist, dann wird die NASA kurzerhand von PRO 7 gemietet und Raab dieser verständliche Wunsch gewährt.
Wenn Dieter Bohlen seine homophilen Neigungen à la Modern Talking weiter ausleben will, wird eine Castingshow schnell mal in eine Bohlen’sche Geldmaschine umfunktioniert, in der dieser alle anderen Teilnehmer beleidigt, und am Ende mit einem schwächlichen hessischen Andersnachfolger als Partner belohnt, abgesehen von Gage und anderen kapitalen Nebengeräuschen.

So. So geht das heute!

Wenn man dann an so lächerliche Figuren wie Valentin zurückdenkt, der an einer Erkältung gestorben ist, die er sich in einer zugigen Abstellkammer zugezogen hat, die ihm eine Pasinger Wäscherei freundlicherweise als Künstlergarderobe zur Verfügung gestellt hat,
dann muss ich allein darüber schon herzlich lachen. Den hat unser Bayerischer Rundfunk nach dem 2.Weltkrieg bestimmt nicht zu Unrecht wieder nach Hause geschickt, weil man „so was wie ihn nicht mehr brauche“.
Und wenn ich genau darüber nachdenke, fällt mir auf, dass die inhaltliche Witzdichte von Schmidt & Co einfach um so viel größer ist als der Valentin’sche Schmarrn, dann muss ich sagen:
Wir befinden uns auf dem besten Weg, das lustigste und humorvollste Volk der Welt zu werden.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer nach Diktat ver – eister

Ali Khan

Haltet den Dieb!
„China hat als erste Nation mit einer Rakete, von der Erde gezielt, einen Satelliten im All abgeschossen.“ Diese Meldung war jetzt in der Zeitung zu lesen und noch dazu: „Die USA zeigen sich besorgt!“
Mir fallen da gleich die Meldungen über ein Waffensystem ein, das die USA in den 80- und 90ern aus Kostengründen nicht zum Einsatz bringen wollten oder konnten.
Sie wollten mit diesem Multimilliardendollarprojekt vom Weltall aus Interkontinentalraketen abschießen können und so „friedlich“ für einen Überfall gewappnet sein.
Jetzt frag ich mich: Zum wievielten Male wollen uns die USA vormachen, dass sie die alleinig berechtigten Umsetzer von technisch möglichem Kriegsgerät sein dürfen.
Ob es Atombomben sind, die sie als erste und einzige Nation jemals auf Menschen abgeworfen haben oder ob es lasergestützte Abwehrsysteme sind?
Die USA fallen immer mehr aus dem moralischen Rahmen, den sie der übrigen Welt gerne als universal geltenden umlegen möchten.
Wer rechtsfreie Räume auf fernen Inseln für gefangene „Terroristen“ einrichtet und soviel Unheil über ganze Völker bringt wie derzeit wie die USA, sollte sich dringend etwas nach innen kehren und wenigstens teilweise anfangen, die Auswüchse des inzwischen ziemlich maroden „American way of live“ wieder zu dem machen , woran wir so lange geglaubt haben.

Euer „nicht lasergestützter“ Ali Khan

Adolf Hitler Superstar
Wir alle wollen, wenigstens meistens, zu den Gutmenschen gehören, was nicht heißt, dass wir im besten Sinne und aus Überzeugung dann auch Gutes tun, sondern eben oft einen faulen Zauber oder groben Schmarrn produzieren.
Als Charly Chaplin den „Grossen Diktator“ ins Visier nahm, gehörte noch Weitblick und Courage dazu, den blutrünstigen und größenwahnsinnigen „Führer“ komisch zu verzerren.
Wenn Helge Schneider das heute, nach über 50 Jahren wieder tut, unterstelle ich ihm, dass er mit Herrn Hitler einfach Geld machen wollte.
Wo es doch so viel einfacher ist, einen lustigen Film über tote Verführer zu machen als z.B. einen über sehr viel lebendigere und v.a. nicht ungefährliche Putins, Bushs, Schwarzeneggers, etc.
Jeder weiß, wessen Geist der von Helge ist, ja natürlich: Helge ist und bleibt ein schrulliger Gutmensch.
Ach vielleicht können wir uns ja in nächster Zeit auf Filme wie:
„Saddam, eine lustige Hinrichtung“, „Bin Laden macht an Laden auf“ oder „“Gadaffi und sein Affi“, allesamt von Helge, freuen.

Euer nicht „verfilmter“ Ali Khan

Cornflakes &
Fischstäbchengeneration rulez!

Wohin man auch sieht, in der TV-Werbung, in Soaps, in „Who the fuck wants a Superstar“, Jurymitglieder, Moderatoren, Politiker/innen, und, und, und –
… ach ja in Natura live auf der Leopoldstrasse und everywhere:

Männer denen mit 25 Jahren das Knie aus dem Kopf wächst, Strebertypen mit Stylingbrillen, Zickenwesen mit Trompetenstimmen von 9-Jährigen und Gehirnen von Einzellern, Männer die sich in den Arsch treten lassen und noch drüber lachen?

Wer hätte das gedacht, dass die Typen, denen wir in der Schule das Butterbrot geklaut haben, zu den Protagonisten einer ganzen Ära werden sollten?

Wer hätte gedacht, dass genau die Frauen, die nie dafür gesorgt haben , dass wir Männer wirklich was gelernt haben, heute bis in die höchsten Ämter dafür sorgen, dass die Versprechungen der Evolution auch nur annähernd erfüllt werden?

Vielleicht liegt es ja daran, dass TV-Redakteure/innen und Werbedesigner/innen genauso aussehen?

Ein schwacher Trost, eigentlich gar keiner.

Geht ohne mich weiter, ich verweigere mich dieser Mutation.

Und sunst?
Bassd scho!

Das „schwächste“ Glied in der Kette
Ali Khan

Ladies & Gentlemen:
Mister James Brown!

Alle haben ihn vergöttert, geliebt, bewundert, aber viele auch nur versucht zu kopieren, beklaut, belächelt – und wahrscheinlich vergessen, die Biographie dieses Mannes zu lesen.
Ähnlich wie Charly Chaplin kam „The Godfather of Soul“ aus bitterarmen Verhältnissen, die ihn und seinen künstlerischen Werdegang maßgeblich beeinflusst haben.
Als ich diesen Sänger das erste Mal im Radio gehört habe, war das im musikalischen Umfeld von idiotischer Bubble Gum Musik oder noch kläglicheren deutschen Schlagern wie eine Explosion, die mich umgehauen hat.
Man musste nichts wissen von seiner Hautfarbe, seinen politischen Statements, seiner Bühnenperformance, er kam quasi aus dem Radio herausgesprungen und war einfach und unwiderruflich „da“.
Live ohne Tricks, ohne Video, ohne gigantisches Marketing – selfmade.
Vielleicht ist es das, was den großen Unterschied zwischen den Zeiten und Künstlern damals und heute ausmacht: Damals konnte, ja musste man noch Musiker und Mensch sein, ohne BWL studiert zu haben und auszusehen wie das neueste BRAVO-Pin-up.
Es gab sie schon immer, die Paris Hiltons und Tokio Hotels, aber noch nie war so viel Fremdgeld in der U-Musik, die es einer Spülmaschine möglich macht, ein Superstar zu werden. Kein Wunder, dass heute James’ „Sexmachine“ für einen Kaffeeautomaten wirbt.
Heute werden Stars aus Einzelteilen zusammengesetzt wie in Frankensteins Labor: Die Stimme vom Sänger, das Aussehen vom Chirurgen, das Marketing von einer Werbefirma, das Video von einem Hollywood-Regisseur, das Hirn eines Colaautomaten, etc.
Nicht dass das an sich etwas Verwerfliches wäre, nur: bei JB war das alles schon da, als ich das Radio immer wieder anschaltete, um ihn vielleicht noch ein Mal schreien zu hören: „I got the feeling!“
Ja das hast Du wahrlich gehabt, und ich habe Dir unendlich viel zu verdanken.
Es wird lange dauern, bis wieder ein Musiker so pur und dangerous ganze Generationen in seinen Bann zieht.

Good bye Mr. Dynamite

Who`s down?
Auf dem Tollwoodfestival ist mir was Schönes und
Lehrreiches passiert.
Während eines Konzertes, das ich und Nepo dort gegeben haben, gesellte sich ein kleines Mädchen zu uns auf die Bühne, das sich ohne Schwierigkeiten und Scheu in unsere Musikdarbietung einwob.
Freudig imitierte sie mit der Hand am Mund ein Mikrofon, tanzte Nepos Schritte nach und es war, als ob sie schon immer dabei gewesen wäre.
Erst gegen Ende erkannte ich, dass dieses Mädchen an dem sogenannten Down-Syndrom litt, und mir wurde schlagartig klar,
wie viel diese wunderbaren Menschen uns „normalen“ voraus haben.
Konzertpublikum verhält sich nicht selten wie der Feind der Künstler. Sie leiden an Kritizismus und lassen oft nichts, aber auch gar nichts entstehen, was beide: Zuhörer und Künstler – weiterbringen würde.
Alles hat das Publikum, so oder ähnlich ja schon einmal gehört,
etc. – nur:
Jetzt passiert etwas-live-unwiederbringlich-einmalig!
Das hat uns dieses Mädchen durch seinen magischen Auftritt wiedergegeben.

Danke!

Alle Menschen sind gleich …
Nicht nur vor dem Gesetz, auch in der Sauna. Ich gehe gern dorthin, weil vieles offen auf der Hand liegt an einem Ort wo Rechtsanwalt und Hilfsarbeiter, Blaustrumpf und Discomieze, Intelligenzbestie und Cabriofahrer, große und kleine Menschen, Dicke und Knochenfraß mit Hautausschlag, Haarausfall und Pelzbedeckte … sich scheinbar ohne Scham gegenüberschwitzen.
Das Leben hat sich eben nicht nur ins Gesicht, sondern auch in den Körper gegraben und nackt sind die Möglichkeiten des Kaschierens ungleich geringer als angezogen.
Dazu wird zum Großteil geschwiegen, was die Ausdrucksmöglichkeit des Individuums noch einmal schmälert.
Ich aber sage: Hier ist der Mensch viel eher noch das, was er ist, nämlich ausgerüstet mit dem was ihm von Geburt an anvertraut worden ist, seinem Körper. Und der sagt oft viel mehr als viele Worte. Es ist das „gelebte“ Leben, das im Vordergrund steht, nicht das „angestrebte“ „gedachte“ oder „gefakte“.
Neben der wohltuenden Wirkung der Hitze und des Ausschwitzens ist die zur Dispositionstellung des eigenen Körpers eine der heilenden Maßnahmen, die man der Seele mit einem Saunabesuch beschert.
You get, what you see!
Und die Angst vor dem Nächsten nimmt gewaltig ab, wenn Du vor ihm stehst, wie Gott Dich schuf.

Wer seinen Körper also liebt, der schwitzt.
Im übrigen sind ausgedehnte Saunabesuche für mich persönlich eine Art Vorübung für die Hölle, in der ich dereinst schmoren werde.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „Saunateufel“
ALI KHAN I.

Ausgabe 15 vom 9. April 2006
Wie oft ist es nötig und wie oft ist es gesund?

2 Mal pro Woche ist der Durchschnitt.
7 Mal pro Woche anstrengend.
4 Mal pro Woche wär schön.
Ich verspreche hiermit: 4 Mal ist meine Wahl, und zwar zuverlässig jede Nacht von Montag bis Donnerstag ab 23 Uhr und das mindestens 2 Stunden lang!
Und ich setze noch einen drauf: das Ganze wird live im Radio übertragen!
Mit allem was das geneigte Ohr wünscht – Vorspiel, täglich wechselnden Livepartnern, diversen Höhepunkten, Emotionen jeder Art, Telefonzuschaltungen, und, und, und …

Wer also passiv zuhören möchte, kann das über 95.5 Radio Charivari ebenso tun, wie der/die sich telefonisch ins Geschehen einmischen möchte. H O T L I N E : 0180 54 47 100.

Wer meint, live teilnehmen zu wollen, weil er seinen Beitrag vor Ort leisten möchte, meldet sich einfach per email unter: a.khan@gmx.info .

L o s g e h t `s!

In der ersten Aprilwoche geht`s mit Livegästen wie Abi Ofarim und den „ZOO ARMY“-Söhnen, der „Münchner Zwietracht“, der Künstlerin Chris Bleicher und anderen heißen Gästen ab.

Und das alles ohne Eintritt!
Wo gibt’s denn so was noch?
In der ALI KHAN RADIO SHOW – The POWER OF TALK!

Nicht ganz umsonst, aber umso intimer gehts dann am 8. April im Interim in Laim in der Agnes-Bernauerstrasse zu, wenn ALI KHAN aus seinen Kindheitserinnerungen liest.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer ALI KHAN I.

Ausgabe 13 vom 26. März 2006
„ohne Worte“

„Ich liebe Dich!“
„Bald ist Oktoberfest!“
„Ich bin traurig!“
„Es ist Frühjahr!“

Wir Erwachsene haben für alles und jeden Lebensumstand Worte.
Kann es sein, dass wir ja so gscheiden Erwachsenen vergessen haben, dass die Umstände auch ohne die Worte dafür, existieren?

Als Kind hatte man für nichts Worte und trotzdem war:

Die Mama da und mit ihr die Liebe.
Der Geruch nach geröstete Mandeln in der Luft und der war
einfach toll.
Die Mama nicht da, und alles trostlos.
Und es war warm und man durfte wieder ohne lange Unterhosen zum spielen raus.

Genausowenig wie man jemandem, der sie nie erlebt hat, in Worten Liebe erklären kann,
kann man das eigentlich mit allen anderen Dingen.

Außer wir wären wieder Kinder und wüssten damit viel,viel mehr über die Welt.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer Ali Khan I.

Ausgabe 12 vom 19. März 2006
A bissl was bleibt immer hängen …
Egal was Schweinsteiger in Zukunft machen wird, ob er sich von Kids mit Bifis steinigen lässt oder 50 Tore für die Nationalmannschaft in einem Spiel schießt, die Wirklichkeit des Geschäfts mit dem Fußball hat auch ihn erreicht.
Noch vor ein paar Tagen genoss er Welpenschutz und jeder der wollte, konnte mit ihm seine Träume vom Fußballtalent zum Superstar innerlich ausleben.
Erinnern tut mich das an das Geschäft mit der Musik, Beispiel „Superstars“.
Da werden Gesangstalente ausgefiltert und am Ende sehen sich diese jungen Menschen über Monate in einer virtuellen Stressfunktion und sind natürlich froh, dabei zu sein und wollen siegen.
Aber dann, kurz vor dem Endkampf?
Patsch!!!!!!!!
Was liest auch er morgens beim Kaffee zusammen mit Millionen anderer?
Dieser Sänger ist mit einer Hure befreundet gewesen!
Die Eltern der Sängerin sind promigeil und Sozialhilfeempfänger!
Oder:
Schweinsteiger in Wettskandal verwickelt?
Wenn was dran ist, muss er schon früher gewusst haben, auf was er sich da einlässt, aber wenn nix dran ist?
Dann ändert sich ab jetzt sein gesamtes Weltbild, weil hinter dieser Meldung viel mehr als nur ein bloßer Verdacht steht.
Das Geschäft, heißt es Fußball oder Musik, wird nun mal von Menschen gemacht, denen der Fußball oder die Musik sch….egal ist. Dort wird gnadenlos alles, aber auch wirklich alles eingekauft, benützt und gewinnbringend weiterverkauft, und wer es nicht mehr bringt, weggeworfen.

Basti: Auch wenn Du nix damit zu tun hast, jetzt hast was damit zu tun!

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „Doggenquäler“ Ali Khan I.

Ausgabe 11 vom 12. März 2006
Taxi fahren
Eigentlich sollte es ja ein böser Kommentar über das Münchner Taxi an sich und seine Fahrer werden, aber dem verweigere ich mich jetzt einfach, weil es bei genauerem Nachdenken ganz anders ist …
Schon als Kind war jemand, der mit dem Taxi zu uns kam oder eines bestellte, was ganz besonderes. Schon die Tatsache, dass ein Anruf genügte und ein paar Minuten später kam extra eines und holte den Gast ab, war damals ein kleines Wunder für mich. Ich stellte mir das Ganze unheimlich teuer vor und vermutete, dass das nicht jeder tun könne.

Als ich später selbst ein Taxi rief, erinnere ich mich daran, dass ich meinen Blick nicht vom Taxameter wenden konnte, weil ich immer noch Angst hatte, dass der Preis meine Möglichkeiten übersteigen könnte.
Heute weiß ich, dass in bestimmten Lebenssituationen Taxifahren weitaus klüger ist, als selbst ein Auto zu unterhalten. Anruf genügt.

Wer, wie ich, schon diverse Male von einem Taxifahrer aus der Hölle gerettet wurde, wird dieser Institution insgeheim hohen Respekt zollen müssen. Ob vom üppigen Nockerberg-Anstich oder der Wiesn oder aus dem Ehestreit oder … immer nimmt man Platz neben einem Herrn oder einer Dame , die für ein paar Minuten einen neutralen, geschützten Ort, manchmal mit leiser Musikuntermalung, gewährt. Man kann, aber man muss nix reden. Welch Labsal für die vom Bier, Streit oder sonst wie geschundene Seele. Nur die Adresse und weg ist man. Ähnlich einem Beichtstuhl, den man ohne Sünden verlässt, lässt man die Vergangenheit zurück und wird ohne weitere Auskunftspflicht in die Zukunft entlassen.
Wo gibt’s das denn noch?

Zudem lernt man sich aufgrund der multikulturellen Herkunft der Fahrer in ganz neuen Sprachgefilden zurecht zu finden.

In meiner Ali Khan Radio Show auf 95.5 Charivari habe ich nicht wenige Zuhörer und Anrufer, die in Nachtschicht Taxi fahren. Diese Menschen sind ein wunderbarer Seismograph für die Befindlichkeiten der Münchner und der Welt im allgemeinen.
Nirgendwo geben Menschen mehr ehrliche Auskünfte als in einem Taxi, weil man sich ja nur einmal im Leben begegnet …

Also, ein Hoch auf die Taxifahrerzunft, denn ohne sie wäre die Welt sicher ärmer.

Ali Khan I.
http://www.alikhanforum.de

Ausgabe 10 vom 5. März 2006
12 Jahre altes Mädchen bekommt Kind!
Wie konnte das geschehen? Na wie wohl?
Sie und ich haben halt noch mal Glück gehabt, dass es nicht passiert ist.
Weder uns noch unseren Kindern.
Tun wir doch nicht so, als würden wir auf einem anderen Planeten leben.

Hier 3 „unkorrekte“ Antworten:
1. Bekommen junge Mädchen in vielen Ländern der Erde jeden Tag Kinder, und das nicht zu wenige.
2. Drückt man 6-jährigen Kindern woanders Maschinenpistolen in die Hand; um sie gegen ihre Eltern zu richten. Bei uns kaufen die Kinder „Gangstas“ Millionen von CDs ab und hängen deren Poster im Kinderzimmer auf.
3. Werden hier jeden Tag Kinder mit Bohlen, Spears & Konsorten gefoltert.
4. Lassen sich bei uns 25-jährige bis zum Sankt Nimmerleinstag von ihren Eltern alimentieren, und werden am Ende Vorstand eines Weltkonzerns, der verhindert, dass dringend Medikamente in arme Länder verbilligt verkauft werden.

Die junge Frau ist gesund und mir ist das lieber als 45-jährige mit Hormonen vollgepumpte Starnberger Immobilienmaklerschlampen, die sich beschweren, wenn sie endlich nach 17 Versuchen Zwillinge in einer Risikoschwangerschaft bekommen, dass sie ja eigentlich nur ein Kind wollten.

Nix für ungut.

Euer ALI KHAN I.

Ausgabe 9 vom 26. Februar 2006
Eines ist sicher bei der WM
Jetzt bin ich völlig durcheinander.
Im Hausgang hab ich folgendes Gespräch zwischen einer Nachbarin und einem Nachbarn mitgehört.
Sagt doch meine Nachbarin, dass sie genau weiß, dass wir die WM gewinnen, weil sie gehört hat, dass sogar der Innenminister gesagt hat, es würde „die sicherste WM aller Zeiten“.
Da hat der Herr Nachbar gesagt, das ist doch Quatsch, damit hat der Innenminister doch nur gemeint, dass die WM sicher wegen den AWACS-Maschinen in der Luft sein wird. Die würden den Luftraum überwachen während der Spiele.
Schießen die so hoch hinauf? Hat dann mei Nachbarin gefragt.
Mein Gott nein, die versuchen Luftangriffe von Terroristen aus dem Irak, Afghanistan oder sonst wo abzuwehren.
Ja haben sich die denn qualifiziert? Die hab ich gar nicht in der Aufstellung gesehen.
Jetzt ist der Herr Nachbar langsam ranzig geworden und hat gesagt.
Natürlich nicht, die spielen ja nicht mit, sondern würden halt z. B. Flugzeuge zum Absturz bringen.
Auf das Spielfeld?
Nein auf unschuldige Menschen.
Na, hat mei Nachbarin dann gesagt, da bin ich ja froh, weil ich mag den Ballack ja so gern. Um den täts mir schon leid.
So eine AWACS könnte ja theoretisch aus 12.000 Metern die Uhr vom Schiedsrichter ablesen oder ihm ein bisschen auf die Finger schauen, bei seinen Entscheidungen.
Nein hat meine Nachbarin da geantwortet, des brauchen die nicht mehr, weil eines ist wirklich sicher bei der WM, dass nämlich Schiedsrichter nicht mehr bescheißen können.
Warum? Hat der Herr Nachbar noch gefragt.
Weil ihnen des ein für alle mal von der FIFA verboten worden ist. Das wüßt sie ganz genau.
Da hat sich der Herr Nachbar wortlos verabschiedet.

Jetzt frag ich mich: Was passiert eigentlich, wenn mir die ersten drei Spiele verlieren, werden dann die AWACS abgezogen?

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „felsenfest sicherer“ Ali Khan I.

Ausgabe 8 vom 19. Februar 2006
Falsche Matrix?
Manchmal denk ich mir, dass ich mich einfach nur in der falschen Matrix bewege.
War denn das Leben früher auch so kompliziert?
Beispiel Frühjahr: Seit ich denken kann hab ich mich auf die ersten Vögel gefreut, jetzt soll ich vor denen Angst haben zwengs
der Vogelgrippe …
Beispiel Perser: Als halber Blutsverwandter hatte ich immer ein warmes Gefühl, wenn ich an dieses Land und seine wunderbaren Menschen dachte, jetzt drohen sie mir mit der Atombombe …
Beispiel Sex: Die schönste Nebenbeschäftigung der Welt soll ich misstrauisch beäugen zwengs dem AIDS-Virus, der weder Freund noch Feind kennt …
Beispiel Finanzamt: Früher war ich stolz auf gute Einnahmen im Geschäft, jetzt krieg ich mehr Post von Finanzamt
als von Kunden …
Beispiel Essen: Die Lust an einem schönen Schnitzel ist mir endgültig durch andauernde Gammelfleischmeldungen und Östrogenkühe abhanden gekommen …

Die Liste könnt ich jetzt unlustigerweise 10 Seiten fortsetzen, tu ich aber nicht, ich wechsel einfach die Matrix.
Ich setz mich jetzt auf ein warmes Platzerl am Viktualienmarkt, unterhalt mich bei einer selbstbezahlten Leberkässemmel in der Hand mit einem Iraner, fütter Tauben und schau den Mädels nach, die im Frühjahr immer am schönsten sind.
Etz a gratt!

Und sunst?
Basd scho!

Euer „noch lebendiger“ Ali Khan I

Ausgabe 51 vom 18. Dezember
„Wer klopfet an?“
Kann ein armes Kind aus Afrika, das wir im TV in einem Spendenaufruf sehen, so perfekt arm sein wie wir perfekte Gutmenschen sind?
Hat es auch wirklich so wenig zum Essen im Monat wie wir in der Schrannenhalle an einem Tag essen?
Ist es mit dem Spielzeug, das wir ihm spenden, auch so zufrieden, wie unsere Kinder mit ihrer Playstation, dem Fahrrad, dem Skiurlaub und dem Führerschein?
Ist das Medikament zu seiner AIDS-Behandlung auch wirklich billig genug eingekauft worden – wie unsere Grippostad und der Fencheltee zur Behandlung unserer lebensbedrohenden Grippe?
Wieso lacht das Afrikakind so unbekümmert, wo unser Julian neulich vom Platzerlnaschen so Bauchweh gehabt hat?
Ich finde manchmal, dass ein wenig Armut noch niemand geschadet hat, schon gar nicht, wenn man um sich herum auch nur hungernde Menschen sieht.
Viel schlimmer wäre es doch, wenn das Negerbutzerl bei uns aufwachsen müsste und zwar was zum Essen hätte, aber spüren lernen müsste, dass wir eifersüchtig auf seinen Teint sind, der nicht auf ein Solarium angewiesen ist.

Ich finde, wir spenden wirklich genug, da können wir auch verlangen, dass sich die Armutsdarsteller in Afrika ein bisserl bemühen und uns auch das geben, was wir brauchen.
Nämlich die Bestätigung, dass wir echte Gutmenschen sind mit einem Weihnachtsherz für die Armen der Welt.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer Ex Prinz Ali Khan I.

Ausgabe 50 vom 11. Dezember
Alte Menschen nerven …
Stellen sie sich vor, sie sind 75 Jahre alt, wohnen in Ismaning und haben kein Geld mehr. Um für die Stadt in die Innenstadt die MVV–Tickets nicht lösen zu müssen, treten sie einen circa 15 km Marsch an, den man als rüstiger Rentner ja schon noch hinlegen können sollte.
Nach 4 Stunden einfach sind sie dann endlich in Münchens guter Stube angelangt und was können sie da tun? Also:
1. „Stören“.
Als „nicht konsumierender“ Fußgänger tun sie das unentwegt, und zwar alle „braven“ Kapitalisten, die mit Tüten bepackt durch die Geschäfte hetzen.
2. “Schädigen“.
Weil sie aus Geldmangel für verlockende Angebote nicht in Frage kommen, schädigen sie die Wirtschaft erheblich, indem sie sie ablehnen.
3. “Spionieren“.
Als Mensch, der nix kauft und nur so rumschaut, kommen sie selbstverständlich in den Verdacht ein Spanner, Spion oder Taschendieb zu sein.

Ich sag ihnen was: Bleiben sie doch in Ismaing zu Hause und gehen sie einfach sterben, sie merken’s doch: Wir können mit ihnen einfach nix anfangen.
Wir jungen, makellosen, und vor allem in der Weihnachtszeit so grenzenlos gütigen Menschen.

Und sunst ?
Bassd scho!
Euer Weinnachtsprinz
ALI KHAN I.

Ausgabe 49 vom 4. Dezember
Neue Geheimsprachen braucht das Land
Neulich hab ich dem Edmund Stoiber eine SMS geschickt, und bis jetzt keine Rückmeldung erhalten.

Nachfolgend der Text, den ich mit der Handy–Wortergänzungsmethode abgeschickt habe. Dabei habe ich der Einfachheit halber immer die erstbeste vorgeschlagene Möglichkeit genommen.

Pegs Hedgre Hers Stavaads,
Theken Ecol far she top als baysgraier Lamestaves erickten blehadm.
Polludo did in Berlin foci did Lorde relaer dimsdilagem.
Mit fretnelichem Hpvpem
His Aki Jian

Sehr geehrter Herr Stoiber,
vielen Dank, dass Sie uns als bayrischer Landesvater erhalten bleiben.
Sollen die in Berlin sich doch die Köpfe selber einschlagen.
Mit freundlichen Grüssen
Ihr Ali Khan

Und stößt?
Casse pago!
Ever leibstenischer Ex – Ebrahimiprinw
Aki Jian I.

Ausgabe 47 vom 20. November
Schöne „neue“ Welt …
Sie suchen Aufmerksamkeit, Beratungsgespräche, Anteilnahme? Kaufen sie sich ein 15 Jahre altes Auto mit Auspuffschaden, das röhrt wie ein Panzer!
Wenn man ein wirklich altes Auto, das klein ist und laut spotzt, fährt, merkt man erst wieder, wie wir uns schon an eine glattpolierte, ewig neue Welt gewöhnt haben.
Neben den Blicken, die mir Mitleid mit meinem geschätzten monatlichen Einkommen signalisieren wollen, erreichen mich auch erregte Blicke von Menschen, die anscheinend alle persönlich an der Entwicklung leiser Automobile beteiligt waren.
In Zeiten des Terrorismus legt sich schon einmal ein Passant auf den Boden und befürchtet einen Anschlag. Liebenswerte und hilfsbereite Menschen bieten einem gerne Anschiebhilfe an und der Tankwart wundert sich, dass ich schon zum 4. Mal in einer Woche voll tanke.
All das hätte ich nicht erlebt, wenn ich mein 34 PS-Auto nicht noch vor seinem Schrott-Tod im schönen neuen München bewegt hätte.
Ein bisserl Angst haben mir die Reaktionen manch junger Menschen schon gemacht. Werden alte Menschen inzwischen ähnlich störend, peinlich und schlicht unmodern empfunden?
Mein Auto hat mich jedenfalls die letzten Wochen brav überall dort hin gebracht, wo ich hin musste, und mich – genauso wie meine letztes Jahr verstorbene „alte“ Mama – noch viel gelehrt.
Und sunst?
Bassd scho!
Euer Ex-Prinz Ali Khan I.

Ausgabe 46 vom 13. November
Das neue Fernsehgefühl …
Moderatorinnen mit Trompetenstimmen,
Moderatoren mit Max & Moritz Frisuren,
19-Jährige mit Brustvergrößerungsshows,
20-jährige Männer (?) mit Augenlidstraffungsshow (mit danebenstehender Mamma),
dicke Frauen mit Wohnungseinrichtungsshows,
21-jährige Möchtegernpunks mit Kochshows,
Pornodarstellerinnen mit Buchschreibeshows,
Barbiepuppen mit Wie schlage ich einen Nagel in die Wandshows,
Politiker mit Postenschachershows,
Päpste mit Wir sind Papstshows,
Keine Leute mit Leuteheuteshows,
Taff, Bumm, Zack, Peng Moderatorinnen mit 3 Jugendlichen nach Discounfall an Baumgeprallt Betroffenheitsshows;
Doppelmoderationen in Der schlecht gespielte Witz und teleprompterabgelesenen Morningsshows,
21-Jährige mit Bisi Gacka Comedyshows,
Stefan mit der Wie verhindere ich meinen Metzgerberufverhehlshow,
Harald mit der Ein richtiger Mann bin ich nicht, aber ich fick Dich mit viel Geld ins Gehirn, weil ich Abitur habe Show,
Ältere Männer mit weißen Haaren vermitteln Kompetenzshows,
Thomas mit der Erdkundelehrer auf der Suche nach dem Ersatz für Breitcordhosenshow,
Frank mit der Eine Showidee pro Leben reicht Show,
Polizisten bei der Wie lass ich mich für 1200 Euro im Monat blöd anreden Show,
Dicke Frauen mit der Jetzt bin ich dünn schau aber genau so Scheiße aus wie vor der Show,

wie müsste dann meine Fernsehshow heißen?

ALI KHAN SHOW natürlich!

Weil uns das Universum nur eines abverlangt, nämlich COOLNESS!

Ausgabe 45 vom 6. November
Die Schlechteste aller Möglichkeiten
zu wählen ist …?
Worauf werden wir denn hier unbewusst vorbereitet?
Möglicherweise wieder auf eine/n Mann/Frau mit allzu einfachen Antworten auf unsere komplizierte Welt?
Wie kleine böse Kinder verhalten sich unsere deutschen
Politiker derzeit.
Wenn ich nicht krieg, was ich mag, dann mag ich gar nicht mehr, oder geh zu meiner Mama nach Bayern.
Ich nenne es lieblosen Dilettantismus.
Was machen unsere Politiker uns da vor?
Wer wird am Ende aus dieser Situation Kapital schlagen?
Wir haben doch gewählt, “weil“ sie sich wochenlang ins Rampenlicht gestellt haben und uns immer wieder versichert haben, dass sie Verantwortung für Deutschland übernehmen „wollten“. Und jetzt?
Lustigerweise sind es zwei Politiker aus dem Osten, die vorgeschoben werden, wenn’s brenzlig wird. Es könnte ja danebengehen, da will man sich lieber bedeckt halten bis der
Sturm sich legt.
Was für ein Alptraum, von blutleeren Karrieristen regiert zu werden, und festzustellen, dass man auf ihre Versprechungen (wieder einmal) hereingefallen ist.
Warum bürgt denn keiner mehr mit seiner Person für den Schaden, der hier angerichtet wird?
Es reicht, zurück oder zur Seite zu treten, und ansonsten in 2. oder 3. Reihe weiter auf Staatskosten von hinten zu sticheln.

Würde man dieses Verhalten auf andere Berufszweige übertragen, könnte so einiges anders aussehen im reichsten Land der Erde:
Ärzte verweigern Operationen, wenn es Komplikationen
geben könnte.
Zugführer verweigern Fahrten, wenn eine Verspätung
zu befürchten ist.
Polizisten nehmen nur mehr Personen fest, die keinen Wiederstand erwarten lassen.
Krankenschwestern beschäftigen sich nur mehr mit Patienten, die ihnen zur Nase stehen.
Hungerhilfe gibt es nur mehr für Staaten mit anständiger religiöser Ausrichtung.
Baggerführer gehen vorzeitig nach Hause, weil ihnen der Fahrersitz nicht bequem genug ist.
Einbrecher legen einen Beschwerdebrief neben den ungeöffneten Safe, weil er zu gut gebaut ist.
Sozialhilfeempfänger beschweren sich bei Mercedes-Benz, weil sie kein Dienstfahrzeug zugeteilt bekommen.
Lehrer schreiben sich selbst krank, mit der ärztlich attestierten Begründung, dass die Schülerzahlen zu hoch sind.
Nachrichtensprecher verkünden nur mehr News ohne Tote und Schwerverletzte aus ästhetischen Gründen.

Ich kann diese Pappnasen schlicht nicht mehr hören und sehen,
ob bei Christiansen oder anderswo, wie sie auf höchstem Niveau meine und die Zeit derer, die sie gewählt haben, mit ihrer Verbalakrobatik vergeuden.
Mir tun die Leute heute richtig leid, die sich auf unsere „Grundwerte“ verlassen haben.

Klingt frustriert, gell?
Aber keine Angst, ich kann als König meines eigenen Königreiches „Kingdom of Khan“ ja kein demokratischer Politiker mehr werden.
Und sunst?
Bassd scho!
Die unbequemste aller Möglichkeiten Ali Khan I.

Ausgabe 44 vom 30. Oktober
Der ums Verrecken
„nicht eingefallene“ Beitrag
Wenn einem nix einfällt, sollte man nix schreiben, oder?
Dann müssten aber viele Leute nix schreiben (dürfen), und?
Tun`s trotzdem!
Warum? Weil sie es „Arbeit“ nennen.
Ich arbeite aber nicht gern.
Die Buchläden sind voll davon, das Internet platzt vor lauter Beiträgen, die den Leuten nicht eingefallen sind.
Es ist vielleicht sogar besser, wenn man schreibt, weil einem nix einfällt, und sich einfach an ein Thema dranhängt, sprich: abschreibt.
Das sind dann Beiträge für Menschen, die den „nicht eingefallenen“ Beitrag offiziell gar „nicht gelesen“ haben und einfach als ihren eigenen Einfall verkaufen.
Ja, ja, so entstehen ganze Weltreiche, Romane, Biographien, etc …
Papier ist geduldig, aber mein PC stürzt wahrscheinlich aus Protest gleich ab, wenn ich weiter an einem nicht eingefallenen Beitrag schreibe.

Verzeihung lieber Leser, aber so ein Beitrag wird dann doch länger als ich geglaubt hätte.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „einfallsloser „Prinz Ali Khan I.

Ausgabe 43 vom 23. Oktober
Großmutter
warum hast Du so ein großes Maul?
Heute ist es endgültig soweit, dass ich mich verarscht fühle von den Politikern, die doch unbedingt gewählt werden mussten, um Deutschland aus der „tiefsten Krise der Nachkriegszeit“ zu befreien.
Wenn man jetzt sieht, wie es offensichtlich nur darum ging, ihre Daseinsberechtigung vom Wähler absegnen zu lassen, um jetzt mit Kreide im Maul, gemeinsame Sache zu machen, da wird mir speiübel.
Am schlimmsten ist es wahrscheinlich für einen Politiker, nicht an den Platz zu kommen, den er sich erträumt hat – siehe jetzt: Schröder, Beckstein, Huber.
Stoiber hält sich, sogar jetzt noch, und wie immer, alle Türen offen.
Ich jedenfalls habe meine Stimme diesen Pappkameraden das letzte Mal gegeben, so viel ist sicher. Wo bleibt der Aufschrei der Medien, die jahrelang gehetzt und das ganze Volk in Angst und Schrecken geschrieben und gefilmt haben?
Jedes Drehbuch von „Marienhof“ ist moralisch wertvoller als die Posse, die uns jetzt vorgespielt wird – ganz abgesehen von den Darstellern der Serie:
„Deutschland ist gerettet!“
Ich hatte ja eine leise Vorahnung, als der Kandidat der Linkspartei in meiner Radioshow auf meine Frage, welche Auswirkungen seine Politik für München-Laim direkt haben würde, antwortete:
“Es geht nicht um Laim, es geht um Berlin!“
Viel Spass beim „Regiert werden!“ wünscht
Euer Monarch(ist) Ali Khan I.
Und sunst?
Bassd scho!

Ausgabe 42 vom 16. Oktober
45 Sekunden? So lang?
Also mein Vorschlag für das Eventprogramm der Fußballweltmeisterschaft ist:
Das eigentliche Fußballspiel wird verkürzt auf 2 mal 15 Minuten mit
3 Minuten Pause.
150 Werbeblöcke von Allianz, Siemens, Mac Donalds, etc.
Redezeit der 1543 FIFA-Funktionäre beschränkt auf eine Stunde. Die Funktionäre werden ja sowieso vor und nach jedem Spiel auf einem goldenen Thron über das Spielfeld getragen, was aber nur jeweils 15 Minuten dauert.
Am Anfang und am Schluss eines jeden Spiels wird die ALI KHAN RADIOSHOW in voller Länge incl. aller jemals gesendeten ALI KHAN SHOWS (1000) auf eine Großbildleinwand geworfen.
Bei jedem Schiedsrichterpfiff werden zum „relaxen“ die Nibelungen von Wagner in ihrer vollen Länge gespielt (Regie Schlingensief).
Fällt ein Foulelfmeter gegen die deutsche Mannschaft, springt die Rockgruppe Aerosmith mit Fallschirmen über dem Stadion ab und intoniert jeweils den Song „Crying“.
Während der gesamten Veranstaltung (Länge zwischen 234 Stunden und 15 Wochen) ist es dem Publikum nicht erlaubt auszutreten.
Selbstverständlich ist es dagegen, dass das Publikum den ermäßigten Eintrittspreis von 2650 Euro pro Halbzeit im voraus für mindestens 25 Spiele überweist.
Ach ja, die Trachtler.
Nein so was Blödes, die passen eigentlich in so ein zuschauerorientiertes Event gar nicht mehr rein.

Ausgabe 41 vom 9. Oktober
Weihnachtlicher Gruß an Friseurkunden
Kalt wird’s, nebelig und grauslig nass. Die Pflanzen werfen ihre Blätter mit einem letzten Farbenfeuerwerk ab, die Viecherl bauen sich ein winterfestes Nest, und die Großstadtmenschen?
Ja auch die rea – gieren auf das alljährliche Grauen.
Jetzt ist bald Weihnachten und wer noch keinen Schatz hat, mit dem er vor dem Christbaum sitzt, der muss sich sputen.
Na gut, man kann ja bei der Mama und beim Papa sitzen und denen erzählen, dass man gerne alleine ist, aber insgeheim?
Ja, das spürt auch der perfekt gegelte Salesmanager, der geföhnte Partyhengst und sein weiblich gestyltes Gegenstück – insgeheim schielt man schon nach dem, was eine hart erkämpfte dauerhafte Partnerschaft für Vorteile hätte.
Statt Mikrowellen Fastfood das kitschige Platzerlbacken,
statt Junggesellensauferei eine späte gemeinsame Christmette,
statt Chat ein wortloses Gespräch vor dem Adventskranz …
ach was red ich denn da?
Von wegen versäumt, altmodisch und angepasst ist das alles, und eines modernen Singlemannes oder Singlefrau nicht wert!
Und überhaupt, wo finde ich denn jemanden, der so einen Schmarrn mitmacht, außer Mama und Papa?

Nirgendwo, denn die Welt ist untergegangen.
Also bis zum 24.Dezember im Tabledance und auf der Afterworkparty nebenan.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „nach Diktat ver-eister Nikolausi“ Khan I.

Ausgabe 40 vom 2. Oktober
Ich war dabei, und Sie?
Oder: Ali , ganz unten
Da sitzen sie, unsere Damen und Herren Journalisten, am Stammtisch auf der Wiesn und salbern über ihre Schreibtischgroßtaten, und wäre ich einer von den ehrenwerten Schreiberlingen – ich wäre bestimmt ein toller Hecht, weil ich einer der wenigen bin, die die Dinge, über die sie schreiben, auch selbst, sozusagen „embedded“, erlebt und erlitten haben.

Ich bin es so leid, dass diese Zunft anscheinend von Menschen unterminiert ist, die sich ihre Erkenntnisse am Büffet oder per Ratsch aneignen.

Ich könnte eine imposante Liste an gesellschaftlichen Phänomenen aufzählen, an denen ich als „ich“ hautnah dabei war. Dabei war meine Identifikation mit der jeweils zu beschreibenden Sache so groß, dass niemand auf die Idee kommen würde, ich hätte auch nur den Funken von aufklärerischer oder journalistischer Idee in mir.
Und genau das ist es: Ich habe , im Gegensatz zu den Pressemenschen, deren Arbeit ich seit Jahrzehnten mache, keinen Presseausweis.
Hätte ein Journalist auch nur einen Bruchteil meiner Erfahrungen veröffentlicht, man hätte ihm längst wichtige Medienpreise verliehen. Das liegt möglicherweise auch daran, dass Sachen, an denen ich beteiligt war, vor der Haustüre und nicht im Kongo zu finden waren.
Ganz nebenbei beschreibe ich das Erlebte nicht nur , sondern zeige es, wie soeben bei Big Brother geschehen, einem Millionenpublikum live in Form einer „embedded“ Radioshow in einem TV-Format, wiederum in Form eines „Promis“, der dabei war, und sich nicht auf’s Hörensagen verlässt.
Man hätte genauso erkennen können, dass die Funktionen des Münchner Faschingsprinzen, das tausendmalige Moderieren einer Talkshow im TV & Radio, das allererste Wiesnradio, die aktive musikalische Teilnahme an Events wie Falco, Joe Cocker, Chuck Berry, Juliane Werding (als Drummer), Karl Moik’s Musikantenstadel (als Drummer), Lisa Fitz (als Ehemann, Autor, Kabarettist, Manager), Rockpalast (Drummer), Teufelsrad auf der Wiesn (Ansager), SPD & Polizei (als Moderator), Mosi & „Monaco“ Fischer (als Freunde), meinem eigenen Kabarettsoloprogramm (als Autor und Darsteller), und, und, und , und …
schlicht das Ergebnis von Arbeit sind, die man sich, wenn man’s ernst meint mit der Neugier und der Aufklärung, verdammt machen muss. Ich nenne es mein Leben.
Sie nennen es „Dampfplauderer“, „Sympathie-Krawallo“, „Tierquäler“, „Angeber“, etc.
Blöd daherzureden und mir immer wieder nur eine Profilneurose zu unterstellen, reicht da nicht. Man muss nämlich, um das leisten zu können, nicht nur wollen, sondern auch „können“.

Und nicht zuletzt muss man sein Leben den Dingen weihen, die man erleben möchte. Was vom Schreibtisch aus so leicht aussieht und schnell mal „weggeschrieben“ wird, würde manchem die Tränen in die Augen treiben, das garantiere ich.
Was ihr euch dabei total abschminken könnt, ist, dass ihr euren guten Ruf behalten könnt, ein Privatleben führen, regelmäßig in Urlaub fahren, ein festes Gehalt beziehen, von den Medien gerecht behandelt, und ganz allgemein ein ruhige Kugel schieben könnt.

So, und jetzt geh ich noch a bissl über die Wiesn, red mit der Klofrau, den Securities und dem Stoiber über’s Wetter gestern, hab ein liebes, fesches Mädchen im Arm und kauf uns eine wirklich beinhart verdiente Fischsemmel, fahr dann mit einem 500 PS-Auto nach Haus und lass euch am Medienstammtisch sitzen – ich will euch nicht weiter stören , ich kleiner unwichtiger, präpotenter, mäßig witziger, promigeiler … äh … was ist der eigentlich? … war der auf der Jounalistenschule?

Ich sags Euch:
Euer schlechtes Gewissen und der Mahner an eure verpassten Chancen!

Und sunst?
Bassd scho!

Ali Khan is watching you!

Ausgaben 38 und 39 vom 18. und 25. September
„Ge weida Ali, warum machstn des
mit dem Container?“
Das haben mich viele schon bei anderen Gelegenheiten gefragt. Ob Münchner Faschingsprinz, Nighttalker, Heirat, Musizieren, Kabarett, Autospinnerei und, und, und …
immer war diese Frage der Anfang.
Ich hab da eine Angewohnheit: Ich schau mir alles bis zum Ende an, auch wenn’s ein schlechter Film ist.
Wenn ich von etwas nichts wissen will, mach ich nicht mit, rede dann aber auch nicht drüber.
In der Politik plappern alle meist das, was ihnen im Wahlkampf vorgekäut wurde, unreflektiert nach, die Wenigsten engagieren sich tatkräftig mit „ihrer eigenen“ Meinung.
Wir leben in einer Zeit, in der die Oberfläche Inhalt geworden ist, was Wunder, dass wir Menschen in einen Käfig sperren wie Politiker in den Bundestag. Es ist doch zu schön, von oben herab mit einem Stöckchen zu versuchen, sie aufeinander zu hetzen. Brot und Spiele, während im TV unablässig Gewalt, Sex und Extrembelanglosigkeiten mit Werbeunterbrechungen gezeigt werden.
Für mich ist das Schöne daran, dass ich ein Direktmandat besitze, das ich selbst gewählt habe und somit keiner Partei als meiner eigenen verpflichtet bin. Fragt mal einen Politiker, und schnell wird klar, dass dieser sein Gewissen mit dem seiner Partei, seiner Wählerschaft und seinem Karrierebewusstsein abgeglichen hat.
Am Ende sind wir aber jeder für sich alleine – die Stoibers, die Schröders, die Merkels und Alis – und das ist gut so.
Wenn Guido Westerwelle als Aussenminister zur Wahl steht,
Angie alles besser machen will,
Schröder vor- und zurücktritt,
Lafontaine wieder mal vorbeischaut
und Stoiber nicht mehr weiß, ob er in München oder Berlin, geschweige denn überhaupt weiß, was er noch tun soll …
dann kann auch der Ali Khan wieder einmal ins kalte Nass springen. Allemal besser als unhaltbare Versprechen zu verbreiten (ruft’s mich ab 23 Uhr an und erzählt mir, wie die Wahl nausganga is – Tel. 0180 – 54 47 100)!
Also: Augen zu, Ohren auf und wenn’s sein soll, auch mal was sagen.
Und sunst?
Bassd scho!
Scheene Wiesn wünsch I Eich!
Euer Münchner Virus

Ausgabe 37 vom 11. September
Big Brother! ALI KHAN is watching you!
Man kann ja trefflich drüber streiten, ob man als vernünftig denkender Mensch in den Big Brother Container gehen sollte oder nicht.
Aber die wenigsten Ratgeber sind nun mal selbst Insassen desselben gewesen.
Deshalb folge ich meiner auffallendsten Eigenschaft, meiner Neugier, die mich schon in so manchen Brunnen hat springen lassen.
Wenn ich so die Bedingungen lese, die für einen Verbleib im Container vorgegeben sind, fällt auf, dass selbst Stift und Papier auf der Indexliste stehen.
Wer der BB-Insassen bisher hätte diese Requisiten wohl überhaupt und zu was gebraucht?
Lesen & Schreiben lernen zu dürfen, sind zwar jedem Bundesbürger gesetzlich garantiert, aber wer braucht denn diese beiden Fähigkeiten in einem Leben mit zwei Grundinhalten, die da wären:
„Wie sehe ich aus?“ und „Ist mein Bizeps gewachsen?“
Aus professioneller Ignoranz verweigere ich mir den Genuss der BB-Sendungen und werde todesmutig ins gehirnlose Nass hüpfen.
Der Faschingsprinz hat mich schließlich auch nicht umgebracht.
Mit einer kleinen Ausnahme allerdings!
Täglich von 23 bis 24 Uhr werde ich meine ALI KHAN RADIO SHOW auf 95,5 Radio Charivari aus dem Big Brother Container senden und Euch exklusiv als erster deutscher Radiomoderator über das Geschehen vor Ort live informieren.
Also heftig anrufen und den Nichtmünchnern zeigen, was eine Radioshow mit Euch alles khan (Tel. 01 80-54 47 100).

Das Schlimmste aber wird für mich mein Heimweh nach München sein, bis ich wieder bei Euch sein darf …

Und sunst?
Werd scho bassn!
Euer“ weggesperrter“ Ali Khan I.

Ausgabe 36 vom 4. September
Parteien aller Farben vereinigt euch
in der Ali Khan Radio Show …
Lustig is scho …
Wenn man an den Standerln der Parteien spontan wählbare Personen fragt, ob sie denn Zeit hätten, in meiner Radio Show als Gast zu erscheinen, erhält man völlig unerwartete Reaktionen:
Die Grünen beispielsweise sagen: „Wie? 23 Uhr? Nein, das ist mir zu spät, ich muss ja am nächsten Morgen um 6 Uhr aufstehn!“
Wie ich weiter geh’, folgt man mir und sagt dann, nachdem ich das Konzept der Sendung (Antwort: “Ich!“) dargelegt hab’,
doch noch zu.
Die Linkspartei weiß sofort, wo das Studio ist und sagt relativ schnell zu.
Der FDP–Mann sagt mit Händedruck sofort zu und der CSU-Abgeordnete Johannes Singhammer kann, obwohl hart beansprucht , einen Termin gleich nächste Woche zusagen.
Einzig der SPD-Mann ist gleich gar nicht da, aber dem hinterlass ich meinen Nummer.
Was lernen wir daraus?
Die Grünen erwarten zwar ein gutes Ergebnis, aber weiter regieren können sie nur mit der SPD – deswegen könnt man ja einmal müde in die Arbeit gehen – wenn auch widerwillig.
Der FDP gefällt ja allein schon die gelbe Farbe von Radio Charivari und sie weiß, dass sie ihre Luftballons dort ein paar Tage
aufhängen darf.
Die Linkspartei ist anscheinend so klug, ortskundige Menschen wählen zu lassen und nicht Menschen aus Potsdam.
Die CSU weiß, dass man in die wichtigste deutsche Radioshow schon ihren wirtschafts- und arbeitspolitischen Sprecher und ein Mitglied des deutschen Bundestages schicken sollte, um dort angemessen vertreten zu sein.
Wenn jetzt der SPD-Mann nicht anruft, dann wundert’s mich nicht, wenn wir am Wahlabend alle mit den Stones singen: „ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄnschie!“
Und sunst?
Bassd scho!
Euer vom Volk nicht wählbare König Ali Khan I.

Ausgabe 35 vom 28. August
Die Flut kommt, und die Folgen
hat sie sich selbst zuzuschreiben …
Was gibt es eindeutigeres als steigendes Wasser in Keller, vor allem wenn es der eigene ist?
Was gibt es uneindeutigeres als Bundestagswahlen? Vor allem im eigenen Land …
Dazu haben wir uns jetzt mit Hilfe aller Medien, der Opposition, Dauergrantlern allerorten und einem Showkanzler schon hinreden müssen, dass wir uns endlich so schlecht fühlen, um uns auf die Mutter aller Antworten „Angela“ zu freuen.
Die Folgen der Flut betreffen die Opfer an den Flussrändern.
Die Folgen der Wahlen betreffen ausnahmslos alle, sogar die, die nicht einmal einen Keller hätten, der volllaufen könnte.
Einzig die Medien freuen sich auf beide: Die Flut und Angela.
Sie leben ja vom Grauen auf Erden.
So wie sich die Schutzwälder in den Alpen unmerklich zurückziehen, so verlagert sich Deutschlands Interesse unmerklich immer mehr in den Osten und wendet sich gar einer Frau zu.
Genau so lange und mit minderem Erfolg gekrönt, wie es dauert, den Schutzwald wiederaufzuforsten, wird es dauern, den Osten zum Westen zu machen.
Deshalb glaube ich, dass das einzige Argument für Angela ihr ostdeutsche Abstammung ist.
Jetzt wollen wir mal sehen, wie sie uns „dient“, immerhin zahlen wir ja viel genug.
Grund für beide Zeiterscheinungen sind: die Versiegelung des Bodens und der Gehirne.
Egal!
Die Flut ist da, und wir werden auch mit feuchten Kellern zu leben lernen.
Euer von Gott auserwählter König aus Laim – Ali Khan I.

Ausgabe 34 vom 21. August
Who the fuck is … ?
Hunderttausende von jungen Menschen strömen in eine Stadt,
4 Jahre Vorbereitungszeit,
gigantische Bühnen auf extra aufgeschütteten Hügeln,
Ton und Lichtanlagen, so gigantisch, dass Metallica die Augen tropfen würden,
Berichterstattung 24 Stunden auf allen Kanälen,
die Menschen singen die angesagten Songs textsicher und euphorisch mit,
Dutzende Bodyguards bahnen sich den Weg durch eine angeheizte Menge, um den Star sicher zum Auftrittsort zu geleiten,
die Politiker und Stars anderer Kontinente küssen dem Superstar die Hand,
aus Ehrerbietung, wenn der Star spricht, wird er vom Publikum mit Beifall und Jubel unterbrochen,
und, und, und …

Um wen geht es?
Robbie Williams? Madonna? 50 Cent? Ali Khan?

Ach Gotterle! Wie naiv sind sie denn?

Um solch eine Wirkung zu erzielen, braucht man schon eine richtig professionelle Marketingmaschine, und die hat, ja wer hat die?

Es gibt nur eine Firma, die das im Kreuz hat, und die macht das seit vielen hundert Jahren überaus erfolgreich – man könnte meinen, dass der liebe Gott seine Hand im Spiel hat.

Glaube als Großevent! Tolle Idee!

Wer möchte da abseits stehen?

Zum Glück ist Gott für alle da, auch wenn sie nicht dabei waren, er sitzt nämlich schon immer in jedem Wesen und allem was es gibt und wird auch das überleben …

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „G.O.B.T.“ Ali Khan I.

Ausgabe 33 vom 14. August
Der nackte Gitarrist!
Stellen Sie sich vor, man lädt Sie in ein Szenelokal ein, um einen Abend mit dem Galakonzert eines „nackten“ Gitarristen zu verbringen.
Schon die Vorstellung von demselben lässt mich erschaudern, da ich glaube, in der neuen Musikszene bisher etwas versäumt zu haben.
Ja genau, was sollen die Klamotten, ich als alter Hippie, stört doch alles nur, zeig’s den Spießern und spiel nackt geil Gitarre, so denke ich und bin voller Vorfreude.
Schulterlanges Haar, 1,90 groß, verwegener Blick, Tatoos mit eindeutigem Inhalt, eine goldene Gitarre und flinke Finger à la Van Halen – das wird den lahmen Enten im Publikum eine Lehre sein – das wird eine Revolution!
Ja, nackte Menschen an die Macht – die Zeitenwende
ist endlich da!
So träume ich satte zwei Stunden, bis der heiße Act auftritt, oder besser, ich finde den circa 1,50 großen Mann, der eh schon auf der Bühne steht, nach längerem Suchen im Gewühl der Menschen.
Na was soll’s, er ist halt klein , aber er sieht wenigstens …
na ja, er sieht aus wie – hm eigentlich wie der Supermarktregalauffüller bei mir beim Tengelmann …
… aber eine Sonnenbrille hat er auf.
Ist doch auch egal, man soll nackte Gitarristen nicht nach dem, was sie anhaben, sondern nach ihrer Musikalität beurteilen.
Apropos nackt – eine Hose hat er schon noch an und die steckt in billigen Cowboystiefeln.
Macht nix, was interessiert mich dem sein Unterkörper – spiel Baby, lass es krachen.
Gut. der Verstärker pfeift und er findet sich erst mal nicht ins dumpfe Playback hinein, so was gibt’s, das wird schon werden.
Nach 15 Minuten hat er die 3 Chords gechekt und los geht’s …
Gut, es sind die nächsten 45 Minuten genau diese 3 gleichen Akkorde, aber das Solo kommt bestimmt gleich …
Gut, es kam nicht und ich bin dann gegangen, aber ich war dabei.

Früher hätt man so was runtergeprügelt.
Heut is so was cooooooooooooooooooooool!

Und sunst?
Bassd scho!

Euer “angezogener” Drummer Ali Khan I.

Ausgabe 32 vom 7. August
Servus Erni, oder
„Unsere“ Münchner Originale
Ich weiß nicht was des ist in München, dass es seine Protagonisten immer erst nach deren Tod so fulminant feiert. Erni Singerl und Rudolph Mooshammer sind da die letzten Beispiele.
„Monaco“ Helmut Fischer hat einmal zu mir gesagt: „ Mein Geld muss ich mir jetzt in Bremen und Berlin verdienen, weil der Bayrische Rundfunk mich für zu rot hält!“. Komisch, denn nach seinem Ableben überschlug sich eben dieser mit Nachrufen, Features, Wiederholungen bis zum Abwinken.
Den Karl Valentin hat man nach dem 2. Weltkrieg beim BR nicht mehr für lustig genug gefunden, und er ist traurig nach Planegg heimgekommen und hat gesagt:
„So einen wie mich brauchen’s da nimmer“.
(Das er an einer Lungenentzündung, die er sich in einer unbeheizten Garderobe in einer Pasinger Wäscherei geholt hat gestorben ist, hier nur nebenbei).
Was lernen wir aus diesen Münchner Schicksalen also?
1. Das Parteibuch erlischt mit dem Tod des Münchners.
2. Berühmt kannst schon sein, aber erst, wenn du kein Wiederholungsgeld mehr kassieren kannst.
3. Der Münchner liebt seine Helden, aber er tut sich leichter nach seinem Tod, mit Blumen in der Hand.
4. Was diese Menschen uns vermacht haben, dürfen wir , so lange sie leben ja nicht hochschätzen, sonst würden die ja durchdrehen und glauben, sie wären etwas besonderes.

Na, na – erst nach dem Tod können’s sich nicht mehr wehren gegen unsere „Liebe“.
Denn wir haben ja immer schon gewusst, wie einzigartig sie waren: „unsere Vales, Monacos, Ernis, Rudolphs …

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „lebendiger“ Prinz Ali Khan I.

Ausgabe 31 vom 31. Juli
Ich wär ja blöd,
wenn ich Euch nicht von meiner neuen (?) Radiosendung auf Radio Charivari 95,5 erzählen würde, die ich ab 1. August jeweils am Montag und Dienstag ab 23 Uhr machen darf.
Und, um die Fragen nach dem „warum“ wenigstens einmal zu beantworten, hier meine Gedanken dazu.
In den sechs Jahren und über 1000 Livesendungen bei tv.münchen ist weder bei mir noch den Zusehern und Hörern ein eindeutig definierbares Talk-Format entstanden, mehr ein Gefühl für das, was München und seine Einwohner auch sein können.
Mehr als einmal ist es mir und den Anrufern entglitten, hat sich selbstständig gemacht und hat eine unkontrollierbare Eigendynamik entwickelt. Hätte ich dem Einhalt geboten, wären wir aber da stehen geblieben, wo die allermeisten Radio- und TV-Talks eben stehen bleiben: Bei einem tot formatierten und abgekarteten Spiel, in dem beide nur verlieren können, die Anrufer und der Moderator.
Geld könnte man natürlich als Sender und Moderator dadurch verdienen, wenn man, wie überall zu sehen, pro Anruf Geld dafür verlangen würde, dass die Anrufer mit einem Jackpot von 25.000 Euro und saublöden Fragen wie „Wie schreibt man Otto rückwärts“ gelockt werden, und im übrigen zwei Stunden immer nur die Rufnummer, die sie anrufen sollen, runtergerasselt wird.
Die Frage ist für mich da nur: Ist es nicht traurig, dass diese wunderbare Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten, auf diese Weise so eingeengt und verraten wird?
Ist es die Gier oder die Einfallslosigkeit der Sender oder die Anspruchslosigkeit der Zuseher und Hörer, die das zur Kultur erheben?
Über so manches Gespräch, das meine Anrufer und ich während der Ali Khan Show geführt haben, rümpfte auch die BLM die Nasen und ich wurde (manchmal zurecht) zur Ordnung gerufen, aber nachträglich erscheinen mir die Inhalte unserer öffentlichen Gespräche, Diskussionen, Streite, Schmeicheleien, Lügen und Hasstiraden, Haus & Hofphilosophien, Blödeleien und was sich sonst noch Bahn schuf, als Diamanten im Sumpf der deutschen Einheitsunterhaltung.
Das „freie Wort“ war bei uns nicht nur ein im Grundgesetz für jeden Bürger garantiertes Grundrecht, sondern praktizierter Bestandteil, dem beide, Anrufer und Moderator verpflichtet waren.
So, und jetzt kommt’s: Wenn frei gesprochen wird, von einem anonymen Anrufer und einem sichtbaren Moderator, entstehen unzählige Möglichkeiten der Gesprächsentwicklung, die selten einem genauen Plan, vorgegebenen Moralkodexen oder
Anstandsmustern folgen.
Es wird also manchmal recht heiß, oft langweilig, in jedem Fall
aber „wahr“.
Und das ist es, worin für mich der eigentliche Wert einer Sendung mit hohem Redeanteil liegt, dass ich mich auch als „Nur-Zuhörer“ darauf verlassen kann, dass die, denen ich gerade zuhöre, wirklich miteinander „frei“ sprechen.
Und noch was: Die Anruferschaft besteht, meine Herren und Herren Supergscheid, nicht zu 85 Prozent aus diplomierten Atomphysikern (innen), ausgebildeten Rhetorikern oder Philosophen, sondern zum Glück aus ganz normale Leut, die es manchmal mit einem gelinde gesagt „schwierigen“ Moderator zu tun haben. Und das haben die, das muss auch einmal gesagt werden, gut im Griff.

Also noch mal, lasst uns dieses hohe Gut und dieses Können weiterhin verteidigen und üben!
Sollen die Gscheidler weiter im Keller lachen, denn die haben ja immer schon alles besser gewusst.
Und wem dies alles nicht hilft, der bediene sich der genialen Erfindung des berühmten russischen Erfinders Poweronoff, des Ein & Ausschaltknopfes!

Und sunst ?
Bassd scho!
Euer „frei-laufender & sprechender“ Prinz
Ali Khan I.

Ausgabe 30 vom 24. Juli
Pimp my Bodo, oder:
Wer sich selbst überfällt,
fällt selbst hinein?

Als amtierender Faschingsprinz der Landeshauptstadt München muss ich jetzt meinen Grant doch noch mal platzen lassen.
Bei den Vorstellungsgesprächen mit der Faschingsgesellschaft Narrhalla musste ich mich hochnotpeinlichen Befragungen zu meiner Lebensführung unterziehen, weil man mir z.B. nicht zutraute, auch in einem Kindergarten oder Behindertenheim zu moderieren (obwohl genau dort, oder im Frauenhaus die schönsten Momente meiner Amtszeit waren!).
Ich versicherte immer wieder die soziale Kompetenz zu haben und vor allem eine Grundvoraussetzung : Meine unbedingte Loyalität gegenüber den Münchner Bürgern.
Dies wurde während der ganzen Faschingszeit immer misstrauisch vom obersten Narrengremium beäugt und ich hatte beim Presseball im Deutschen Theater sogar freies Sprechverbot. Ich fühlte mich, wie wenn ich irgendetwas gut zu machen hätte, war aber eigentlich nur naiv.
Ich hätte , wie andere auch, mich nur darauf konzentrieren sollen, den ach so übergroßen Ruhm als Prinz dazu zu benutzen, meine eigenen „Brötchen“ zu backen.
Das ist ja anscheinend nach wie vor das Ziel, um in München diese Stellung zu besetzen. Als ich erwähnte, in München keine Popularitätssteigerung mehr zu brauchen, fragte man mich allen Ernstes, warum ich es denn dann täte.
Im Umfeld traf ich dann auch immer wieder auf einen Prinzen, der über jeden Verdacht erhaben, jede Gelegenheit, auch an meiner Seite, nutzte, um in der Presse zu erscheinen – den eigentlich netten Bäcker Bodo.
Ob nun Selbstüberfall oder nicht: Liebe Narrhalla, ich sag’s noch einmal:
Wenn das einzige Kriterium zur Wahl des Münchner Faschingsprinzen das Geld bleibt, seh’ ich schwarz für den Münchner Fasching, und wir brauchen uns nicht darüber wundern, dass immer wieder Wurstfabrikantensöhne und -Töchter diese wunderbare und, wie ich finde, wichtige (Prinzen)rolle bekleiden.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „wirklich schon mal überfallener“ Prinz Ali Khan I.

Ausgabe 29 vom 17. Juli
Haben „Bullenschweine“ Abitur?

Und ich dachte, dass ich etwas ganz besonderes gemacht habe, als ich 1970 mit roter Kommunistenfahne in der Münchner Innenstadt gegen die Notstandsgesetze demonstriert habe …
Pfeifendeckel! Hennadreck!

Die Abiturienten entwickeln in ihren Hirnen heutzutage einen zwar weitaus unpolitischeren, aber in der Stoßrichtung ähnlichen Schmarrn.
Die „Bullenschweine“ , nach denen sie gerne mal schnell schreien, wenn der Mercedes vom Papa verkratzt wurde oder sie eins aufs freche Maul bekommen haben, sind nach wie vor beliebtes Ventil für das „Wir“-Gefühl, dem man nach dem Abitur eigentlich nur wieder frönen kann, wenn man auch eine Arbeitsstelle findet, vielleicht bei der Firmenfeier.
Gut, man geht erst mal studieren, um dem „Wir“–Gefühl bei der Bundeswehr zu entrinnen, aber dann?
Ja dann kann’s schon mal passieren, dass man eine Stelle im öffentlichen Dienst annehmen muss – auch mit Abitur.
Zum Beispiel bei der Polizei.
Respekt hätte ich da vor einem Polizisten mit Abitur, der sich dann auf der Straße genauso lautsstark – wie ehemals nach der Abiturfeier gegenüber seinen Kollegen – postiert und gegen die menschenverachtend geringe Entlohnung u. a.
der Polizei protestiert.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „abiturloser“ Ali Khan I.

Ausgabe 28 vom 10. Juli
Al Sodann …
So, jetzt wissen wir’s: Ein TV-Kriminaler darf nicht für eine Partei kandidieren, außer er wird vom Sender „freigestellt“.
Wie ist das eigentlich mit Politikern, die stundenlang vor den Kameras palavern und sogar einen eigenen Kanal bis zum Umfallen mit ihren Ergüssen beliefern?
Und war nicht Kanzler Schröder in einer Soap als Statist zu sehen?
(Wobei „Soap“, also „verseift“, der politischen Realität sehr nahe käme.)
Das Argument, dass ein TV-Kriminaler nicht vorher auf einem Kanal als Realpolitiker zu sehen sein dürfe, wäre für mich eher ein Grund.
Kriminaler pflegen Fälle zu „lösen“ – Politiker „“verursachen“ oft welche.
Vielleicht ist ja bei der Entscheidung daran gedacht worden, dass der Zuseher Realität und Fiktion verwechseln könnte.
Jedenfalls hält sich ein TV-Kriminaler weit mehr an sein Drehbuch als so mancher Politiker an sein Wahlversprechen.
Mir würden da so einige Titel für den „Fall der Fälle“ einfallen:
z.B.
Hartz IV – Mord ohne Mörder?
Das Grauen hat ein Gesicht – Schröder oder Merkel?
Er kehrt an den Ort des Verbrechens zurück –
Oskar kann’s nicht lassen.

Mir jedenfalls wär’s egal, ob ein Politiker nebenher auch noch was „Anständiges“ arbeitet, da kämen sie nicht auf dumme Gedanken, und hätten wieder mehr Berührung mit den wahren Opfern ihrer Entscheidungen.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer „politischer TV-Mann“ Ali Khan I.

Ausgabe 27 vom 3. Juli
Wenn alle weg sind …Part 2 oder:
München, und die Lust am Untergang
Nein, nein! So war das nicht gemeint!
Jetzt ist auch noch tv.münchen, eine der großen, jetzt versemmelten Gelegenheiten, dieser Stadt ein angemessenes Fernsehprogramm zu geben, weg.
„Gemanagt“ wurde dies von zwei Brüdern aus der Mörtelmischzunft aus Österreich, die bei der Übernahme von tv.münchen getönt haben:
„Wir verstehen nix vom Fernsehen, nur von Bilanzen!“
Na ja, wird sich schon gelohnt haben, steuerlich…
Mooshammers Geschäft wird jetzt ein Edeljuwelier aus der Schweiz besetzen, im Platzl ist das Hardrock-Cafe, und bald wird im Hofbräuhaus Heinekenbier ausgeschenkt.
Dieses, „unser?“ München wird unter der Hand an die Meistbietenden verramscht, und keinen interessiert es.
Meine Vorschläge für die Zukunft wären da:
1860 wird an einen Stahlkonzern in NRW verkauft.
Die Frauentürme zu Sendemasten der Telecom umgebaut (wenn`s as ned schon san!).
„Semmeln“ dürfen bei Strafandrohung nicht mehr so genannt werden, nur noch „Brötchen“ – gell?
Münchner Radio & TV-Moderatoren müssen Bußgeld zahlen, wenn sie sich mit „Pfia Gott“ verabschieden statt mit dem so tollen und üblichen „bayrischen“ Tschüss.

Und wir werden vom Fremdenverkehrsamt als Kleindarsteller in malerischer Kulisse bezahlt, wenn wir bierdimpfelnd, grantig und lederbehost in Biergärten und auf der Wiesn die Juppieszene etwas auflockern.

Munich sponsored by Disneyland wär doch sicher eine Geldmaschine , oder?

Erst wenn München ganz tot ist, werden sich die Geldhaie eine andere Stadt suchen, die so bereitwillig die Beine breit macht und dabei auch noch lacht.
Und sunst?
Basd scho!

Euer „verstorbener“ Ali Khan I.

Ausgabe 26 vom 26. Juni
Wenn alle weg sind …
… ist München am schönsten!
Glaubt mir, es gibt keine schönere Zeit, als die, in der alle, die es sich leisten können, dürfen, müssen, in Urlaub zu fahren.
All die stressbeladenen Bürofreaks, alle Jetsetter, alle, die durch ihr Wegfahren München zur schönsten und angenehmsten Stadt der Welt machen.
Danke!
So wie das Schulgebäude in den Sommerferien seine unangenehmen Seiten gänzlich verloren hat, gewinnt auch München, man kann fast sagen: sich selbst zurück.
Es muss sich für unsere Fürsten und Könige ähnlich angefühlt haben, wenn sie, nachdem sie ihre Parkanlagen einmal im Jahr vom Volk betreten ließen, wieder die Tore schlossen und die Anlagen wieder in Besitz nahmen.
Barfuss auf der heißen Maximiliansstrasse zu flanieren, am Viktualienmarkt auf den warmen Standerlblechen sitzen und eine Leberkässemmel essen …was gibt’s Schöneres?
Nur umgeben von Menschen, die wiederum ihre Stadt zu einer schöneren gemacht haben, indem sie in Urlaub gefahren sind – den Touristen.
Ach, könnt’s nur immer so sein …
Aber ehrlich: Ein echter Münchener hat doch schon nach drei Tagen ein unheilbares Heimweh und bleibt natürlich daheim, und er braucht diese „Freizeit“ vom Fernwehmünchner, der per Definition gar kein echter Münchner sein kann.

Und so wünsche ich Euch einen schönen Fernurlaub, von mir aus auf dem Mond.
Mir, die „anderen“, sehen uns sowieso und freuen uns kugelrund.

Und sunst?
Bassd scho!

Euer nach München verreister Ali Khan I.

Ausgabe 25 vom 19. Juni
Munich ist ein Bonsaifeeling!
(Auszug aus den „Kindheitserinnerungen
1954 bis 2005“ von Ali Khan)

München hat von allem a bissl was. Aber nur ganz wenig von allem.
München ist ein Bonsaifeeling. Wie ein Bonsaibäumchen.
Wenn mas nur allein anschaut im Vergrößerungsglas, kommts einem wie eine gestandene Stadt vor, aber wenn mas weiter wegschiebt, erdrückt jeder normale Gummibaum das Pflänzchen.
Ganz München samt Umland passt z.B. locker in die Altstadt von Mexico City oder Seoul.
Während Paris oder Wien mit kilometerlangen Prachtstrassen protzen, begnügt sich München nur mit eineinhalb, der Königstrasse und der Maximilianstrasse vielleicht.
Aber selbst die sind nur halb so lang wie die auswärtigen.
Die Länge der Isar als Stadtfluss würde ja auch ausreichen, nur die Wassermenge, die ihr gelassen wird, kann sich mit dem Rinnsaal des Tiber in Rom vergleichen, ganz abgesehen von der Wasserqualität im so „sauberen“ Bayern. Die hat ganzen Generationen von Kindern ein Bad in „ihrem“ Fluss verwehrt.
Wird man von einem Touristen nach dem berühmten Künstlerviertel Schwabing gefragt, wird’s einem fast Angst zu antworten.
„Da zwischen Mac Donalds und Peepshowkino irgendwo, da so ungefähr, ja da vorn, ja da wär unser Schwabing, oder so …“
Selbst die Bewegungen, die München zu ihrer Hauptstadt machten, waren großmundig angekündigt tausendjährige, dann aber eher zum Glück kurze Schnauferer, wenn auch mit furchtbaren Folgen für die übrige Menschheit.

Es scheint, als habe sich München an verrückte Könige, Feldherren, Komponisten, Schneider, Friseure, und Kabarettisten als Oberbürgermeister gewöhnt.
A bissl von allem haben auch diese Figuren zu bieten, aber am meisten den Schein, der sie von Nahem betrachtet groß, aber von weiter weg oft genug dürftig erscheinen lässt.
Und trotzdem trifft sich in München alles, was weltweit einen Namen hat, weiß Gott warum.
Vielleicht ist es ja die Sehnsucht der wahren Großstadtmenschen in einem überschaubaren Aquarium mal eine gemütliche Runde zu schwimmen.
Von München scheint ja alles so nah wie die Berge bei Föhnwetter: Inspiration, Weltruhm, Weltherrschaft, Schönheit …

München hat für dieses Bonsaifeeling ein immer wiederkehrendes kulturelles Rahmenprogramm in Lederhosen und Dirndl parat, das meist von norddeutschen oder Serbokroaten abgewickelt wird.
Münchner ist man nämlich, wenn man den Satz:
„Ich bin ein echter Münchner“ aussprechen kann, selbst wenn man ihn in chinesisch sagt.
München is a Riesenhur, die üppig mit dem um sich wirft, was sie noch nie hatte: „Größe“.
Weilt man nur ein paar Tage im Aquarium, merkt man natürlich noch nichts vom real existierenden Größenwahn und Bürohaus-überladenen Teurozentrum für den dort Geborenen.
Deshalb sprechen vor allem auch nur Zweitwohnungsbesitzer und Großverdiener vom „charmanten“ München.

Weltstadt mit Herz, wie gesagt ein ganz kleines Herz, einer sündteuren Stadt, die immer so tut, als habe sie Diamanten im Leder-Unterhoserl.

Ein paar Worte, die der „echte „ Münchner also können sollte, um am kulturellen und gastronomischen Überfluss der Stadt teilzuhaben, wären:

„He Du Zenzi, bring mia amol a frische Moaß und an Obatzda mit frische Radissl“ … und schon wirbelt eine im Dirndl verkleidete Studentin der Theaterwissenschaften zum Tresen und erfüllt den Wunsch des „echten“ Münchens.

München, ein Traum für Menschen, die nach tiefer Biertischdepression über Hunger, Krieg und Folter in der Welt in die Sauna gehen, und in der Teufelshitze das Böse erfolgreich rausschwitzen können.

Ausgabe 24 vom 12. Juni
Lieber Walter,
habe mich über Deinen Brief sehr gefreut, und finde das Leben auch oft grausam.
Ich stimme Dir zu, dass Deine nun 5-jährige Arbeitslosigkeit auch mich beeindrucken würde, aber Geld kann ich Dir momentan beim besten Willen nicht leihen.
Hatte neulich auch einen schweren Tag auf dem Golfplatz.
Lass Dir erzählen.

Der Platz hat sich für mich sehr schwer gespielt, habe mit einem soliden Drei-Putt angefangen. Das hat mich aber nicht sonderlich beeinflusst, denn an der 5 habe ich wieder ein Birdie zum Ausgleich gemacht. Wieder ein Bogey an der 8, ein eingebohrter Ball im Bunker mit zwei Putts. Ein Doppel-Bogey an der 9, Chip aus 4 Metern tiefen Rough downhill und darauf drei Putt aus 15 Metern.
Dazwischen musste ich ein paar Biz-Telefonate aus meinem Online-Büro im Maserati machen, und noch meine emails abrufen.
Puh, aber muss sein , sonst kein Cash-flow.

Ich lag also +3 für die ersten neun Löcher. Habe nicht aufgegeben und gekämpft, aber leider viel zu viele Putts (35) gemacht. Ich hätte locker vier unter Par spielen müssen auf den zweiten Neun. War aber nicht unzufrieden, die Bälle sind sehr gut getroffen gewesen und langsam bekomme ich meinen Schwung in die richtige Richtung. Nach so langer Zeit wieder am Wochenende zu spielen war auch wieder mal was Angenehmes.

Liege auf dem geteilten 36. Platz mit -3 gesamt fürs Turnier. Heute nach der Runde habe ich noch den zweiten Platz der US Open Qualifikation Probe gespielt. Eben gerade hatte ich das übliche Wellness-Programm mit Liz. Jetzt ist es schon wieder 22.30 Uhr und ich bin kaputt. Morgen schlage ich wieder mit Ian Poulter um
10.44 Uhr ab, mal schauen was sich noch machen lässt, werde Vollgas geben.

Du siehst also, auch ich habe meine Probleme, wünsch mir Glück, Kopf hoch und Grüße mir Deine Frau und die fünf Kinder.

Tschüssi
Dein Ali Khan

Ausgabe 23 vom 5. Juni
Wohin mit was und wem?
Kinder in den Kindergarten,
Äpfel nicht weit vom Stamm,
Arbeiter ins Hasnbergl,
Millionäre nach Grünwald,
Faschingsprinzen in die Narrhalla,
Bundeskanzler ins Geschichtsbuch,
Die Isar in ihr künstliches Bett,
Deutsche in den Osten,
Alte ins Altenheim,
Deutsche in den Westen,
Geld ans Finanzamt,
Unterhaltung ins Fernsehen,
Gewinne den Superreichen,
Verluste den Handwerkern,
Redner aller Orten,
Kompetenz in Kompetenzzentren,
Den Papst von Marktl nach Rom,
Lust ins Puff,
Liebe … ja wohin damit? A ja, zu Single.de,
Kommunisten an die Wand,
Faschisten an die Macht,
Kapitalisten zum Kapital,
Polnische Kerle ans Spargelstechen,
Frauen an die Kerle,
Kerle in die Arbeit,
Arbeitslose in die Arbeitsagentur,
Revoluzzer in die Che Guevara T-Shirts,

diese Prinzenpost in den Papierkorb

übrigens: Wenn man die Zugehörigkeit nur um eine Reihe verschiebt,
ergäbe sich schon ein durchaus brauchbares Gesellschaftsmuster …

Und sunst?
Bassd scho!
Bis zum nächsten Mal

Euer „Schubladenprinz“
Ali Khan

Ausgabe 22 vom 29. Mai
Die (Neu)wahl des Traumpartners
Zwischenmenschliche Beziehungen und Parteien zu vergleichen muss auch mal erlaubt sein.
Zuerst wird geflirtet, was das Zeug hält. Das Blaue wird vom Himmel versprochen, glühende Liebesbriefe und Manifeste verfasst, dann wird mit dem vertrauenswürdigsten Gesicht der Welt ums Vertrauen gebeten.
Mit frischem Elan startet man ins neue Glück. Jeder für sich – die Parteien und das Wahlvolk.
Meist wird der Partei nach einer Zeit der Einarbeitung klar, dass vieles, was sie versprochen hat, nicht so leicht zu realisieren ist, aber man gibt sich weiterhin Mühe.
Wenn das Wahlvolk dann immer mehr merkt, dass es hie und da hintergangen wird, probiert es erst mit noch mehr Hingabe an die Versprechungen zu glauben, obwohl die Fassade schon bröckelt.
Das verunsicherte Wahlvolk kann jetzt immer weniger die Engelszungen der Opposition überhören, die mit neuen Versprechungen und Glücksverheißungen aufwartet.
Hat man sich so massiv geirrt bei der Wahl des Traumpartners?
War man geistig umnachtet?
Ist man auf Betrüger hereingefallen?
„Ja! Hättet ihr uns gewählt, wäre alles anders geworden!“ schallt es aus allen Rohren der Opposition.
„Wäre ich bei Euch für immer glücklich geworden, und niemals enttäuscht worden?“
„Ja, aber wir sind dir nicht böse, nur das nächste Mal wähle uns, am besten für immer!“
Wie konnte man nur so dumm sein, und den Fehler des Lebens machen, und den falschen wählen …?
„Na gut, das passiert mir nie wieder!
Ich trenne mich und gehe eine neue Beziehung ein, in der mir schon von Anfang an das versprochen wird, was ich immer schon gerne hören wollte.
Das immerwährende Glück!“
Und gibt es etwas schöneres als Umworben zu werden von frischen, dynamischen Menschen, die nur eins wollen:
Mein Glück – und ganz nebenbei meine Stimme?!
Also, lasst uns flirten!(ab hier wieder zu Zeile drei)

Das Einzige, was eine Beziehung nicht bietet, ist eine zeitliche Begrenzung nach hinten, dann wäre vieles anders.

Und sunst?
Bassd scho!
Euer “träumender” Khan

Ausgabe 21 vom 22. Mai
Paris Hilton is in the house!
„Die kriegt doch bestimmt viel Geld dafür!?“
Ich frage: „Wofür?“
„Ja, dass sie kommt!“
Ah ja, so ist das also.
Der Höhepunkt des internationalen Entertainments besteht in der Gnade eines Mädchens, das den Namen ihrer Eltern, übrigens ohne deren Profession zu beherrschen oder wenigstens zu repräsentieren, und seine pure Anwesenheit feiern lässt.
Erinnert mich etwas an das Mittelalter, wo hochwohlgeborene Menschen sich ab und zu beim Volk in Glanz und Gloria zeigten, damit diese auch wussten, mit wem sie ihre hart verdienten Brötchen teilten.
Was kann denn der Reiz sein, der das „Volk“ dazu bringt, dieses Persönchen anzuschauen, von dem wir ja nur wissen, dass sie ihre Lover und Freunde wahrscheinlich schneller als ihre Unterhosen wechselt?
Was kann diese Auserwählte, was wir nicht können?
In einer Zeit, in der die Oberfläche Inhalt geworden ist, ist sie zu einer Art Göttin des Lifestyle geworden, die uns zeigt, mit wie wenig wir bereits zufrieden zu stellen sind.
Wir applaudieren jemandem, der das Gleiche wie wir tut, aber es sich auch noch finanziell leisten kann.
Das muss es sein.
Die Fortführung der Welttour durch die angesagtesten Diskotheken und Weltkulturplätze könnte wie folgt aussehen:
Gerhard Beethoven schaut ein Klavier an –
live at the New York Philharmonic Hall!
Susi Schopenhauer – hält ein Buch in der Hand –
live im Pen-Club of Rome!
Detlev Kennedy – sagt „Hi!“ –
live in Las Vegas!
Jasmin Hitler – weiß von nichts –
live at the Madison Square Garden!
Vielen Dank für die Nacht, Paris.
We know how you love to entertain us!
Und sunst?
Bassd scho!
Euer “London” Khan

Ausgabe 20 vom 15. Mai
Brauchtum und Kommerz gehören zusammen
wie Bier und Sekt
Eine ganz normale Veranstaltung im Saal des altehrwürdigen Hofbräuhauses am Platzl im ersten Stock.
Der sogenannte Dresscode wurde beschrieben mit Denim, Dirndl und Lederhosen.
Weil ich nicht gewusst habe , was ein oder eine Denim ist, bin ich da dann einfach in normaler Strassenkleidung reingegangen.
Am Eingang waren hunderte von lederbehosten Käferschenkegäste, wie man sie verkleideterweise von der Wiesn kennt, die Einlass begehrten.
Man bekam zwei Biermarken und ging in den Saal.
Auf der Bühne machte ein als Engel Aloisius verkleideter Schauspieler die Begrüßung in einer fast allen Anwesenden unbekannten Sprache, nämlich münchnerisch.
Zu ihm gesellte sich ein Transvestit, der, nachdem er einen extrem blöden Dialog mit Aloisius zum Vortrag brachte, zum Vollplayback so tat, als ob er irgend etwas, zum Beispiel Sänger, Transvestit, lustig, peinlich oder ähnliches wär.
Derweil machte sich das uninteressierte Publikum über das bayrische Buffet her und fand sich selbst gut.
In den zwei Landessprachen, englisch und italienisch, wurden dem Publikum die Texte des Dienstboten Aloisius per Beamer an die Wand geworfen.
Beispiel: „Ja, habt`s es koa Bier do herom?“ wurde genial mit: „For heavens sake, where is my beer?“ übersetzt.
Plötzlich kam eine Dame, die die Eingeweihten sofort erkannten, auf die Bühne, und sang ein Lied zum Playback. Es war die den Bayern aus der Volksseele singende Volkssängerin Bonny Tyler , die den dem Starnberger See geweihten Song „I am sailing“ darbot.
Unter auf den Biertischen stehenden Ovationen vollendete sie ihre fürs Hofbräuhaus maßgeschneiderte Performance mit dem bayrischen Gruß:
„Good bye, see you at the backstage party!“
Der absoulte Höhepunkt dieses typisch bayrischen Abends war die Oberammergauer Holzhackergruppe, mit dem jedem echten Bayern vertrauten Namen „KISS“.
In ihren lustigen und wertvollen Originalkostümen brachten sie dem jungen Publikum wieder alte, fast vergessene Bräuche näher, wie das minutenlange Herausstrecken der Zunge oder das Spritzen von Kunstblut während des Vortrags der landesweit bekannten Gstanzln wie „I was made for loving you“.
Der Abend klang mit dem norddeutschen Künstler Mousse T. aus, der zum Playback samt ganzer Musikantentruppe frenetisch gefeiert wurde.
Bis in die frühen Morgenstunden wurde ausgelassen bei Freibier und urbayrischer Musik von Snoop Dogg und seinen Weidlern getanzt und gefeiert.
Alles in allem ein gelungener bayrischer Brauchtumsabend, der mich fast hätte vergessen lassen, dass er zur Eröffnung eines Jeansladens in der Innenstadt veranstaltet wurde.
Ich fand ihn vor allem deshalb gut, weil es endlich mal ein Veranstalter geschafft hat, dem bayrischen Brauchtum, die ihm zustehende Beachtung zu schenken.
Und sunst ?
Bassd scho !
Euer „bayrischer“ Ali Khan

Ausgabe 19 vom 8. Mai
Und wie geht`s Ihrer Rente?
In der Zeitung hab ich folgenden Artikel gelesen,
der mir zu denken gibt:
Usher freut sich auf den Ruhestand
London (dpa) – R&B-Sänger Usher (26) plant bereits das Leben nach der Bühnenkarriere.
Usher ist ein farbiger Sänger, der sich nach „harten“ Jahren im Showbiz schon mal auf den Tod vorbereitet.
Ist ja seine Sache, nur um Sie, ja, ja Sie z.B. mach ich mir da Sorgen.
Ist Ihnen eigentlich klar, dass Sie 36 Jahre alt, kein berühmter Popstar, den Dispokredit zum x-ten Mal überzogen und überhaupt noch mindestens 15 Jahre arbeiten müssen, um dann „vielleicht“ in Frührente gehen können, wenn Ihr Arzt , die jeweilige Regierung etc. mitspielt?
Tja, da wird mir ja Angst und Bange um Sie – bei den Aussichten …
Und dann ist München ja auch noch so sauteuer!
Gut, der Usher kriegt das ja nicht wirklich mit, weil er alles auf Kreditkarte einkauft, oder eh eingeladen wird, aber Sie müssen da schon ein bisserl aufpassen.
Was brauchen Sie denn ein Fitnessstudio?
Wo Sie doch eh keine Aussicht auf eine Bühnenkarriere mehr haben?
Also, weg damit!
Ihre Diät find ich gut, da sparen Sie ein wenig an Nahrungsmittelkosten.
Also, weitermachen!
Aber was mache ich denn hier den Lebensberater?!
Sie sind doch im Gegensatz zu dem Popstar eigentlich ein lebendiger Toter, ganz abzusehen von den Menschen, die „noch“ älter als Sie sind und so tun, als würde Ihnen das Leben Spaß machen.
Ne, ne Arbeit jenseits der natürlichen Spaßgrenze, so ca. mit 30 Jahren, kann und darf nach heutigen Maßstäben gar keine Freude machen, wo kämen wir denn da hin?!
Wenn Sie sich jetzt auf der Stelle einsichtig entleiben möchten, kann ich das sehr gut verstehen und schlage schon mal die Inschrift auf Ihrem Grabstein vor:
„Ich war zu alt für diese Welt, und wollte Platz machen für die Jugend“.
Und sunst ?
Bassd scho !
Euer „23-jähriger“ Ali Khan

Ausgabe 18 vom 1. Mai
Der Mai ist gekommen
Die Tage des Winters sind gezählt, und am besten kann man das an den Blicken derer sehen, die ihn draußen vor der Tür er- und durchleben mussten. Wer jemals eine Nacht auf einer harten Parkbank geschlafen hat, ob im Rausch oder weil er von der Ehefrau/Mann ausgesperrt wurde, weiß, was ich meine. Die, die ich meine, lesen diese Zeilen sicher nicht, dazu ist das Wetter zu schön und einen PC pflegt der Obdachlose nicht mit seinen Habseligkeiten rumzuschleppen.
Das Leben kann so schön sein, und vielleicht tut sich ja heute, morgen oder einfach im Sommer noch etwas ganz Neues auf im Leben.
Ja, diese Gedanken durchfließen angesichts der strahlenden und wunderbar wärmenden Sonne bestimmt nicht nur den Businessmann, der sein Singledasein satt hat, oder den BWL-Studenten im 15. Semester.
Jetzt wird wieder klar, dass es der Hunger ist, der der beste Koch von allen ist, und alle sonnenbadenden Menschen, ob reich, arm, ansehnlich oder nicht so, kein Vorrecht auf das Glück im Freien zu liegen haben. Die Boutiquebesitzerin, die immer so aussieht, als habe sie ein Sonnenstudio überfallen, liegt am gleichen Isarufer, wie der Sepp, der vor ein paar Jahren alles verloren hat, und seitdem immer tiefer runtergerutscht ist auf der sozialen Treppe.
Runter? Runter auch ans Isarufer, wo jetzt in diesen Tagen die Gerechtigkeit siegt.
Menschen aller Coleur, genießt sie – und die Sonne, die für alle Menschen gleich warm lacht!
Und sunst?
Bassd scho!
Euer „Sonnengottprinz“
Ali Khan

Ausgabe 17 vom 24. April
„Erkenne Deinen Nächsten“
Die eigene innere Bereitschaft einen Menschen plötzlich für toll, wichtig oder erotisch zu halten, obwohl er einem bis jetzt eher wurscht war, steigt meist mit dem Ansehen oder dem Titel, der diesem Menschen verliehen wurde. Stimmts?
Man ändert z. B. seine Meinung über den Nachbarn, der bei der Polizei ist, in dem Moment wo man in den Urlaub fährt, weil sich Ganoven vielleicht doch eher woanders bedienen, als im Umkreis von dessen Haus.
Oder der Frau gegenüber, von der man nachträglich erfährt, dass sie Europameisterin im Kickboxen ist, und bei der man eigentlich körperlich groß rauskommen wollte.
Deshalb ist es ratsam, jedem Mitmenschen gegenüber aufmerksam und höflich zu begegnen.
Ich weiß das aus eigener schmerzlicher Erfahrung.
Ich hab lange Jahre nur ein paar Kilometer vom jetzigen Pabst entfernt gewohnt und bin eigentlich nur zum Tanken nach Marktl am Inn gefahren.
Mir wär ja nie in den Sinn gekommen, dass ich achtlos durch den Geburtsort des zukünftigen Weltoberhaupts meiner Religionsgemeinschaft fahre.
Also schaun Sie sich in Zukunft immer um, wer da so in der Nähe wohnt, es könnte ja wer Wichtiges sein, den sie da grad verkennen.
Und sunst?
Bassd scho!
Bis zum nächsten Mal
Euer „nächster“ Prinz
Ali Khan

Ausgabe 16 vom 17. April
Fahren Affen Porsche?
Im Tierpark Hellabrunn stand ich vor den Glasscheiben des Orang Utan-Geheges und ein großes Männchen hing lässig und selbstbewusst an einem Zweig herunter. Die Bemerkung eines Besuchers neben mir: „Schau mal: Wolfgang Thierse!“ brachte mich erst zum Lachen, und stimmte mich danach nachdenklich.
Mir ging nicht mehr aus dem Kopf, wer denn die ärmeren Schweine sind – die, die hinter den Scheiben, oder die, die vor den Scheiben gaffen?
Später am Flaucher, wo die ersten ihr Sonnenbad im Adamskostüm nahmen, das gleiche Gefühl. Wieso sind die, die sich so zeigen, wie wir zur Welt kommen, nur so wenige?
Im Bezirkskrankenhaus Haar in der Kantine, wo sich Patienten und Besucher mischen, wieder dasselbe. Wer ist den nun krank, und wer ach so gesund?
Klar ist auf jeden Fall, dass in unserer Spezies die Alphatiere sich das, was für den Orang Utan business as usual ist, nämlich einfach rumzuhängen, teuer erkaufen müssen.
Und zwar von uns!
Von denen, denen oft nicht mehr klar genug ist, dass Parademärsche, Reichtums- und Machtanhäufungen nix anderes sind als die mehr oder weniger hilflose Pose eines Individuums zu zeigen: „Schaut her, und findet mich gut!“
Deswegen rate ich, um weitere Weltkriege oder ähnliche Scheußlichkeiten zu verhindern: Lobt die einfache Pose, seit aufmerksam und höflich zueinander, dann ersparen wir uns womöglich, dass ein unbeachteter Zeitgenosse zu drastischen Mitteln greifen muss.
Ich mach das immer mit Porschefahrern, und fahre gaaanz langsam los, weil ich ja weiß, der braucht das, um mich im Rückspiegel verschwinden zu sehen.
Denn: Ich habe ja noch Sex – und er seinen Porsche!
Euer „ Silberrücken“ Ali Khan

Ausgabe 15 vom 10. April
Ausgespargelt!
Wir sind heute gerne mal amüsiert über die Cäsaren im alten Rom, die, um die römischen Bürger bei Laune zu halten, in den Hochzeiten des Reiches satte 185 Tage lang „Brot & Spiele“ veranstalteten.
Praktisch die Hälfte des Jahres konnte man auf Kosten des „Staates“ Gladiatorenkämpfen und allerlei Volksbelustigungen, wie Kreuzigungen etc., bei freiem Eintritt beiwohnen.
Was sind wir doch heutzutage für überaus besser zivilisierte Menschen!
Die Spiele werden uns in Bild und Ton 24 Stunden frei Haus geliefert. Wir gucken anderen zu, wie sich massakrieren oder auch nur in einem Käfig (Container) ihr Leben fristen. Kriege sind weit weg und der Hunger Gott sei Dank auch, oder auf allen Kanälen live mitzuerleben. Wer möchte schon hungern? Niemand von uns jedenfalls, dafür werden wir schon sorgen.
Was unsere Arbeitsmoral angeht, sind wir um Meilen weiter, als die Barbaren der Antike.
Oder haben Sie mal versucht, in den Weihnachtsfeiertagen, Osterferien, Pfingstferien, verlängerten Wochenenden, Feiertagen, Trauertagen, Urlaubswochen, nach 17 Uhr, vor 9 Uhr, einen Menschen ans Telefon zu kriegen. Gell, da wird’s dünn …!
Sogar der seit Monaten arbeitslose Ex-Kollege meldet sich zwar, aber aus Mallorca, wo er sich für 111.- incl. Vollpension von unzumutbaren Arbeitsansinnen ausruht.
Da ist es schon gut, dass sich ein paar alte „römische“ Sitten wie die Sklaverei wenigstens inhaltlich noch erhalten haben. Wenn sich aufgrund von „technischer Unfähigkeit“ einfach keine deutschen Spargelstecher finden lassen, muss man ja praktisch auf polnische Fremdarbeiter für 4,50 zurückgreifen. Die freuen sich und wir haben wieder Spargel auf dem Tisch.
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo auf Autobahnbaustellen kein einziger Deutscher Arbeiter eine Schaufel getragen oder gar benützt hat – gut – das hat sich mit den Jahren ein bisschen gewandelt – heute sind die Poliere wieder deutsch.
Sollten die Polen jedoch auf die dumme Idee kommen, bei sich in Zukunft selber Spargel anbauen und ihn uns dann auch noch billiger als unseren eigenen verkaufen zu wollen, rufe ich zum Boykott auf. Denn Gewinne sollen auch zukünftig nur die machen dürfen, die die Arbeit erfunden haben, nämlich: Wir!
Euer „nach Diktat erschöpfter und verreister“ Ali Khan!

Ausgabe 14 vom 3. April
Bluetooth & Wahnsinn
Sie begegnen einem in der U-Bahn, in der Fußgängerzone, eigentlich da, überall wo auch andere Menschen zuhören müssen. Menschen, die laut was aus sich rausbrüllen, aber dabei niemand bestimmten ansehen, sondern meist vor sich auf den Boden sehen. Die Dinge, die sie da in die Welt hinausschreien oder brabbeln, können vom nahenden Weltuntergang, über Hitler, Stalin, Jesus oder auch über die überall agierenden Geheimdienste handeln.
Natürlich sind das, wie wir alle wissen, oft sehr einsame Zeitgenossen, deren letztes Mittel zur Kommunikation nur diese persönlichen Kundgebungen geblieben sind.
Wenn Sie allerdings manchmal auf Menschen treffen, die Sätze wie „Ich bin in 10 Minuten zu Hause“ oder „Ja, mir geht es gut“ auf ähnliche Weise vor sich hinschwadronieren hören und sehen, dann verhält es sich natürlich, wie wir auch alle wissen, keineswegs um einsame oder gestörte Irre – sondern um Bluetooth-Handybesitzer mit lebensnotwendigen Infos, ohne die die Menschheit eigentlich ja gar nicht mehr existieren könnte …
Und sunst?
Bassd scho!
Bis zum nächsten Mal
Euer „Mir geht’s übrigens gut!“ Prinz
Ali Khan

Ausgabe 13 vom 27. März
Fersehfuzzis und andere Aliens
Ich war neulich in einem Kaufhaus und mir fiel, während ich mich umsah, in der Menge eine schwarze Frau auf, die ich vom Gefühl her sehr gut zu kennen glaubte. Gleich wollte ich hingehen und ihr sagen, dass ich mich freue, sie wieder zu sehen. Kurz bevor ich auf sie zutrat, schoss mir durch den Kopf, dass die Frau ja eine Schauspielerin aus der TV-Serie Lindenstraße war, die ich ja gar nicht persönlich kenne – vor allem: sie mich schon gar nicht.
Ich bin dann ohne zu grüßen schnell weitergegangen.
Jetzt weiß ich, wie es Menschen gehen muss, in deren Schlafzimmer, Küche oder Wohnzimmer ich schon war, mit ihnen geplaudert habe, sie angeschrieen oder ähnliches habe, ohne sie jemals persönlich kennen gelernt zu haben.
Mit einem Mal erscheint eine vermeintlich vertraute Person, man möchte mit ihr sprechen, vergisst aber, dass diese einen ja überhaupt nicht kennt. Saublödes Gefühl. Was dazu führt, dass öffentliche Personen Strategien entwickeln, wie sie mit diesem Phänomen umgehen.
Eigentlich ist es der Fluch des Bekanntseins, dass man so viele Menschen kennen könnte, nur die Zeit nicht ausreicht, um mit ihnen kommunizieren zu können.
Ich hab mir deswegen angewöhnt, auf Fragen wie: „Servas Ali, ois klar?“ mit „Bassd scho!“ zu antworten, weil weniger unverschämt wäre , mehr aber meinen Tag kosten würde.
Bin ich jetzt ein abgehobener ehemaliger Fernsehfuzzi, der sich für was besseres hält?
Nein, ich bin etwas Besseres, das für einen ehemaligen Fernsehfuzzi gehalten wird.
Euer „ prominenter“ Ali Khan

Ausgabe 12 vom 20. März
Radeln für Deutschland
Neulich hab ich einen Mann gesehen, der ist Fahrrad gefahren und hat vor sich hin gelächelt. Ziemlich schnell und einfach so. Dort, wo er hin fuhr, war kein Ziel zu erkennen, und ich fragte mich, ob diesem Mann bewusst war, dass er völlig daneben war. Neben dem, was man sich unter einem modernen Fahrradfahrer vorstellt.
Abgesehen vom Fahrrad, das keine Gangschaltung, eine Trittbremse und was besonders auffiel – keinen silikongedämpften Sattel hatte, steckte er auch noch in einer normalen grauen Stoffhose. Keine Bikerschuhe, kein Frotteestirnband, keine Rennhandschuhe -einfach nichts, was einen richtigen Fahrradfahrer ausmacht.
Das Schlimmste schien mir, dass dieser Mann einfach nur Rad fuhr, ohne seinen Blutdruck senken, seine Fitness zu steigern oder auch nur ein bisschen Fitness machen zu wollen. Er fuhr und lächelte. Wie peinlich, dieser Mann – schlicht assozial!
Gibt es doch in jedem Kaufhaus ernstzunehmende Angebote, mit Hilfe deren man mit einem minimalen Einsatz von ca. 1500 Euro wenigstens so ausgerüstet ist, dass man den Eindruck vermeidet, ein schwerer Ausnahmefehler unserer Gesellschaft zu sein.
Also bitte: wenn Sie sich schon für Fortbewegung entscheiden, dann aber bitte mit einem Funken Stil und Verantwortungsbewusstsein.
Sie stärken damit nicht nur Ihre Beinmuskulartur, sondern auch die Inlandsnachfrage.

Ich hoffe , wir haben uns verstanden …?!
Und sunst?
Bassd scho!
Euer „26 Gang“ Ali

Ausgabe 11 vom 13. März
„… die Erde sich soeben in ihre Einzelteile aufgelöst hat.
Und nun zum Wetter“
Wir leben in einer Zeit der totalen Information. Oder ?
Fragen Sie doch mal jemanden nach dem momentanen Wetter, und Sie werden sehen, dass man Sie sofort und fachgerecht auf den Wetterbericht im Radio oder Fernsehen verweist.
Denn dort und nur dort erfahren Sie, dass es sich bei den Regentropfen, die gerade Ihre Allwetterjacke versauen, um das Tief „Johann“ handelt, das sich über München ausbreitet.
Ohne diese Information könnten Sie in die blöde Situation gelangen, im tiefen Winter in Bermudashorts in Ihr Büro zu gehen. Denn wer außer dem Wetterbericht warnt uns vor Falschinterpretationen der Wetterlage? Kann man denn als Normalsterblicher wirklich wissen, dass das Brauneck im Juli nicht von einer dichten Schneedecke umhüllt und deswegen zum Skifahren ungeeignet ist.
Ich sage eindeutig: Nein!
Es ist aber auch wahr, selbst den Weltuntergang würden wir uns per TV-Übertragung ansehen. Wer schaut denn heutzutage noch aus dem Fenster … igitt! Die Wirklichkeit! Wie öde und vor allem wie ungenau!
Also, ich rate bei etwaigen Unsicherheiten grundsätzlich zu einem vorsorglichen Anruf bei http://www.wetter.com. Dort können Sie sich beispielsweise über die aktuelle Wettersituation im Urlaubsland Ihres Kollegen informieren lassen, und sich dann vielleicht höllisch freuen, dass es in Ägypten seit vier Tagen nieselt, und der im Hotel Scrabble spielen muß. Juchu, stellen Sie sich das Wiedersehen nur vor, wenn Sie fragen:
„Na, wie war`s denn so im Urlaub?“
Welch Triumph, wenn Sie ihm zwar zuhören, aber dennoch jeden einzelnen Tag die Temperaturverhältnisse runterrasseln könnten.
Zum Abschluss noch eine erdkundliche Information.
Das Brauneck liegt nicht in Ägypten …
Und sunst ?
Bassd scho !
Euer „verschneiter“ Ali Khan

Ausgabe 10 vom 6. März
5 Millionen Zuseher ! Was ist Arbeit ?
Er stand da wie ein Kind, mit großen Augen, angelehnt an eine Bautafel und starrte in eine Baugrube davor. Dort arbeitete einsam ein Mann mit einer Schaufel und grub ein kleines Loch für ein Kabel. Eigentlich nix besonderes, wenn der Zuschauer nicht einen Businessanzug getragen und seine BMW-Schlüssel in der Hand geschwungen hätte.
Vielleicht ist dem Mann im Galgen – bzw. Krawattenstrickformat aufgegangen, dass das was der Mann in der Grube tut, ungemein mehr an Arbeit im ursprünglichen Sinn erinnert, als sein Job in einem der zahllosen Büros mit Blick über die Dächer der Stadt. Dort gießt er, als letztes Relikt körperlicher Betätigung, täglich seine Blumen neben dem PC und träumt vom einfachen Leben, das er dereinst mal führen will. Mit einer Schaufel in der Hand einen Baum pflanzen und endlich sein eigenes Getreide anpflanzen.
Seine Frau wird bei Sonnenuntergang vor der selbst gebauten Hütte mit den Kindern auf ihn warten, wenn er müde von der harten Feldarbeit heimkommt und ihm sein hart verdientes Mahl richten. Das wär`s …
Apropos verdienen. Der Bauarbeiter in der Grube kommt aus Polen und bekommt im Monat ein Zehntel des Spanners, aber das nur nebenbei.
Irgendwann einmal wird es bestimmt eine Peepshow geben, in der auf der sich drehenden Plattform keine nackten Frauen, sondern ein Herrgottschnitzer aus Oberammergau eine Heiligenfigur bastelt – mit seinen eigenen Händen !
Nur wer 10 Euro einwirft, darf dem Objekt der Begierde für 3 Minuten zusehen – dann schließt sich die Klappe wieder.
Klappe zu. Arbeit weg.
Ein paar Millionen kennen das schon.
Na Prost Mahlzeit!
Und sunst ?
Bassd scho !
Euer „arbeitsloser“ Ali Khan

Ausgabe 9 vom 27. Februar
München – hier wär’ sogar der Papst ein Single
400 000 ! München ist voll von ihnen. Ich hatte in der Ali Khan Show sechs Jahre täglich mit der größten und einsamsten Münchner Massenerscheinung zu tun, den Singles.
Ja, es gibt sie schon noch, die verheirateten Menschen, aber nur mehr vereinzelt, im Verborgenen, ausgestoßen aus der großen unentwegt suchenden und allzeit bereiten Masse der Singlebewegung.
Was früher eher ein Makel war, allein und unterstellter Weise frustriert, massenweise Kontaktanzeigen aufzugeben, ist heute ein Muss.
Jede( r) sucht jede(n), aber natürlich nur, wenn das Gegenüber dem eigenen Ideal zumindest 99-prozentig entspricht. Die Liebe ist ja nur einen „Klick“ entfernt.
Was aber, wenn man auf der Strasse jemanden sieht, der einem gefällt, den man gerne kennen lernen würde, aber dessen Emailadresse nicht hat und seine Internetpartnerbörse nicht weiß? – Aussichtslos!
Ich werde also niemals dessen Profil kennen lernen, seine Körpergröße, Haarfarbe oder Kleidungsstil.
Man möchte den Eindruck gewinnen, dass sich der Single mittlerweile nur mehr in Profile (auch sein eigenes) verliebt, und der dazugehörige Mensch eher ein lästiges Nebenprodukt darstellt, das man kurz testet und danach wieder ins glückliche Singledasein entlässt.
Das Beste, was einem in der real existierenden Singlegesellschaft passieren kann, ist also: Man gibt in einer Partnerbörse alle wichtigen Daten über sich und seinen Wunschpartner genau und detailliert ein, und lernt mittels der hochintelligenten Datenbank den idealen Partner kennen, der genauestens den eigenen Wünschen und denen des Partners entspricht, nämlich „sich selbst !“
Wenn Sie also verliebt, verlobt oder verheiratet sind, machen Sie ja nicht den Fehler, sich aus der Partnerbörse abzumelden.
Man weiß doch nie, ob man’ s noch brauchen kann …
Euer „ glücklich geschiedener“
Ali Khan

Ausgabe 8 vom 20. Februar
Das Oktoberfest – ein Münchner Problem
Es gibt Menschen in Bayern, die noch nie auf der Wiesn waren.
Doch, des is wahr!
Ein Niederbayer hat mir erzählt, dass er nach München aufs Oktoberfest wollte, dann aber in der Nähe vom Hauptbahnhof die Orientierung verloren hätte und dann wieder heimgefahren wär. Was für ein armer Mensch!
Eigentlich bin ich ja auch einer von denen…Zumindest von Ende Oktober bis ca. Mai des folgenden Jahres. Dann schleichen sich an warmen Tagen unmerklich wieder die ersten Gedanken an die Wiesn ein.
Woran liegt das nur, dass man, obwohl man doch alles dort auswendig kennt, wieder „nur mal schnell hinschaun“ möchte?
Ich weiß es nicht!
Ich hab auf der Wiesn fast alles gemacht, was man dort so anstellen kann: Vom Rumstehen und Madlschaung am Autosscooter, Noagalsaufn als Pubertierender, Ansagen beim Teufelsrad, Schlagzeugen bei fast allen Wiesnbands, Wiesradio und Fernsehen , mit 50 Polizisten die Bavariatreppe runterstolzieren bis zur handfesten Rauferei, und krieg es doch nicht fertig wenigstens „einmal“ zuhaus zu bleiben.
Dieses „Jährlich grüßt das Murmeltier – Gefühl“ haben ja vielleicht all die anderen Besucher auch, sonst wärens ja ned immer wieder da.
Das Schlimmste am nächsten Jahr ist, dass ich doch noch was gefunden hab, was ich noch nicht gemacht hab. Ich war dort noch nie mit meiner eigenen Band, aber das werden die Münchner Festwirte schon mit vereinter Kraft zu verhindern wissen. Sonst müsst ich ja dann „gezwungenermaßen“ doch „noch mal schnell hin“.
Hoffentlich geht’s mir mit dem Fasching in Zukunft nicht genauso, sonst hätt ich ein Problem mehr, und noch weniger Freizeit.
Also, bis zur nächsten Wiesn.
Und sunst?
Bassd scho!
Euer „ verwiester“ Ali Khan

Ausgabe 7 vom 13. Februar
Münchner Klischees pappen wie Faschingskrapfen
Die letzten zwei Jahre war ich – bis zum vergangenen Aschermittwoch – weltweit in Sachen Münchenklischees unterwegs.
In Südkorea, Mexiko, USA , Italien, Österreich mit der „populärsten Oktoberfestband der Welt“ und inhäusig in München als deren offizieller Faschingsprinz.
Dabei ist mir aufgefallen, dass nichts mehr pappt als das Klischee vom bierfesten, weißwurschtessenden, immerfröhlichen, jodelnden und stenzenhaften Münchner.
So sehr man sich auch wehren mag gegen die ständigen Einladungen zur Ausübung dieses ja so tollen Lebensstils, man muss da mit, wenn man schon als Protagonist wirkt.
Und da steht man dann in Lederhosen auf irgendeiner Bühne in New York und möchte den Gästen so gern zurufen: „Es ist alles ganz anders!“ München hat gleichzeitig viel mehr und weniger zu bieten als nur sein selbstverordnetes Touristenklischee.
Aber hören, geschweige denn verstehen würde dich niemand – weltweit.
Wie auch, wenn mit aller Macht aus allen Rohren ständig willkürlich Dinge miteinander vermischt und auf Hochglanz poliert angepriesen werden.
Mach mal einem Südkoreaner klar, dass du deine Lederhosen nicht auf deiner Alm (in München) beim Heuernten trägst oder das Lied „Hey Baby“ kein Münchner Gstanzl vom Weiss Ferdl ist – unmöglich.
München bleibt München für immer, ausweglos.
Aufpassen muss man halt, dass man nicht auf das eigene Image reinfällt. Will heißen: Wer glaubt, dass ein Mordsrausch in der Käferschänke und das Tragen von sündhaftteurer Oktoberfestmode einen Münchner macht, täuscht sich – noch.

Ein echter Münchner ist mit vielen Wassern gewaschen, sogar mit dem aus dem Fischbrunnen auf dem Marienplatz. Münchner sind hochintegrativ, sogar den Preußen haben sie großzügig Asyl gewährt.
Deswegen mein Rat: Wehrt euch nicht so sehr gegen das Klischee, sondern füllt es mit sinnvollen Inhalten an.
Das Oktoberfest kann man ohne einen Euro genießen, wenn man zweimal im Kreis geht und die Gerüche und Klänge einsaugt und den Münchner Fasching sieht man auf ganz besondere Weise manchmal in den Augen der Narren aufblitzen.
Und sunst?
Bassd scho!
Bis zum nächsten Mal

Euer „gewaschener“ Prinz.
Ali Khan

1 Kommentar

  1. Ein sehr interessanter Artikel. Sollten Sie noch weitere Informationen haben – wurde ich mich freuen


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